Echte Ikonen – Plattencover von 1956 bis 1993

Plattencover transportieren die visuellen Vorstellungen einer Zeit. Es gibt Cover, die stilbildend wirken, Nachahmer finden oder zu Parodien herausfordern. Sie gehen ins visuelle Gedächtnis ein, nicht nur bei einzelnen, sondern oft für eine ganze Generation.

Im folgenden habe ich kein Ranking aufgestellt – alle hier aufgeführten Cover genügen den oben aufgestellten Anforderungen. Die Cover werden chronologisch aufgeführt, beginnend im Jahr 1956 mit Elvis Presley.

1956 – Elvis Presley & The Clash – London Calling

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Elvis legt 1956 sein Debutalbum vor, das spätere Evergreens wie „Blue Suede Shoes„, „Tutti Frutti“ oder „Blue Moon“ enthält. Die Coveraufnahme zeigt den jungen Elvis während eines Konzerts im Jahr 1955, selbstvergessen und inbrünstig singend und Gitarre spielend. Das ist der pure Spaß. Etwa ein Vierteljahrhundert später (1979) erscheint „London Calling“ von „The Clash“ und huldigt mit dem Cover gleichzeitig Elvis Presley und dem ultimativen Rock’n Roll-Moment.

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1967 – Velvet Underground & Nico

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Was war zuerst da, die Banane oder das Cover? Geradezu unverschämt, wie die Natur hier bei Andy Warhol abgekupfert hat! Seit der Veröffentlichung gehen Millionen und Abermillionen Bananen ohne Lizenzzahlung über die Ladentheke. Nicht mal den cleveren Abziehmechanismus hat Mutter Natur hinbekommen. Stattdessen muss man die Schale rundherum entfernen. Und die Frucht ist auch nicht pink, sondern eher gelb-weißlich.


1969 –  Beatles – Abbey Road

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Selbst US-amerikanische Olympioniken haben sich auf der Abbey Road im Londoner Stadtteil St. John’s Wood in Beatlesmanier fotografieren lassen. Im Netz finden sich Tausende ähnliche Motive. Eine eigene Website dokumentiert die zunehmend hilflos-rührenden Versuche, die Pose der großen Vorbilder nachzustellen.


1969 – Led Zeppelin – Led Zeppelin I

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In gewisser Weise haben es sich Led Zeppelin einfach gemacht: Sie haben ein ikonographisches Foto gewählt und ihr Cover damit selbst zur Ikone erhoben. Das in Sekunden verbrennende Luftschiff Hindenburg ist als Bild ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Eine Band mit dem Namen „Twin Towers“ könnte das Prinzip leicht wiederholen.


1970 – Deep Purple – In Rock

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Unter mangelndem Selbstbewusst haben Deep Purple jedenfalls nicht gelitten, als sie 1970 „In Rock“ veröffentlichten. Warum auch? Das Album selbst ist ein Meilenstein der Hard Rock- und Heavy Metal-Geschichte. Und das Cover zeigt die fünf Musiker anstelle der vier Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln, in den Fels gehauen am Mount Rushmore.


1972 – Wishbone Ash – Argus

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Ein Wächter mit dem Speer in der Rechten, einem roten Umhang und Helm blickt auf ein Tal. Rock mit Mittelalterthemen wurde und wird oft mit düsteren oder auch kräftigen Fantasy-Malereien illustriert. Der Kontrast zu Argus könnte kaum größer sein. Die verwaschenen Farben und vordergründige Ruhe des Bildes können das Gefühl der Gefahr nicht bannen. Im Gegenteil: Sie beschwören es geradezu herauf. Es gibt Diskussionen, ob der behelmte Krieger nicht Darth Vader zum Vorbild gedient haben könnte.


1973 – David Bowie – Aladin Sane

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Ein Jahr nach dem erstmaligen Auftritt seines Alter Ego Ziggy Stardust erweckte Bowie sie für sein 1973er Album „Aladin Sane“ wieder zum Platten- und Bühnenleben. Das androgyne Kunstwesen verweist mit dem aufgemalten Blitz auf die gespaltene Persönlichkeit des Stars. Brian Duffy lichtete Bowie / Stardust ab. Was bleibt ist vor allem die Uneindeutigkeit in Fragen des Geschlechts, die nachdenkliche Transition zwischen Bekanntem und Unbekanntem. Der mexikanische Musiker El Fez stellte das Cover für seine 1998 erschienene EP „Son Of A Lad From Spain?“ nach.


1973 – Pink Floyd – The Dark Side Of The Moon

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Pink Floyd wählten für ihr 1973er Album ein schlichtes Cover: Ein Lichtstrahl, der von einem Prisma in seine Farbbestandteile zerlegt wird. Es gibt verschiedene Deutungen der Symbolik, aber vielleicht ist es gerade die einfache, individuelle Interpretierbarkeit, die den Erfolg ausmacht.


1974 – Kraftwerk – Man-Machine

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Man-Machine oder Mensch-Maschine, das Cover des 78er Epos hat auf jedenFall das Zeug zur „Ikone“. Die Musiker inszenieren sich in ihrem seinerzeitigen Bühnenoutfit. Noch ist die Entmenschlichung nicht abgeschlossen, noch haben die Roboter das Zepter nicht übernommen. Die Farbwahl und die Ästhetik ist eine Provokation, weit mehr noch als beim ebenfalls wegweisenden Autobahn-Cover von 1974. Die immer wiederkehrende Repetition ist bereits erkennbar: Anders als bei Warhols Banane zielt sie aber auf den Menschen selbst.


1974 – Roxy Music – Country Life

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Wenn Cover zum Covern einladen ist das meist ein untrügliches Zeichen für ihren Kultstatus und dafür, dass die Nachahmer davon ausgehen, dass ihr Zitat erkannt wird. In diesem Fall zum Beispiel „Robots in Disguise“ mit ihrem Cover für die Single „Boys„. Oder die „Zum Zum Girls“ mit „Blissed Out„. Überraschend, dass Roxy Music ihr Original im Jahr 1974 überhaupt so auf den Markt bringen konnten. Später wurden „zensierte“ Fassungen im Umlauf gebracht, zum Beispiel in den USA einfach der Waldhintergrund. Auch sexy …


1977 – Fleetwood Mac – Rumours

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Es gibt etliche Beschreibungen der privaten Zustände innerhalb der Band. Diese Krisen haben die Schaffenskraft offensichtlich beflügelt. Das Cover mit Mick Fleetwood und Stevie Nicks ist ein Klassiker. Ich schätze, heute wären die beiden Holzbälle, die unter Mick’s Gemächt baumeln, der Retusche zum Opfer gefallen. Ohne dieses Detail dient die Pose auch heute noch Hochzeitsfotografen als Vorbild.


1979 – Madness – One Step Beyond …

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Die Band selbst behauptet, sie seien in Sachen Album-Art von „Kilburn and the High Roads“ beeinflusst worden. Es sei sonst schwierig gewesen, alle Musiker aufs Foto zu bekommen. Nun, kann sein. Ich hatte immer den Eindruck, die sechs Musiker werden von einem brachialen Bläsereinsatz zurückgedrückt. Ich erkenne auch ein „Abbey Road“-Zitat, vielleicht sogar eine für 1979 zeitgemäße Adaption.


1979 – Joe Jackson – Look Sharp

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Meine Auswahl an 79er Plattencovern zeigt einen Hang zu s/w bzw monochromen Motiven. Formal sind drei der herausragenden Cover dieses Jahres streng und konstruiert – am stärksten fällt dies bei Joe Jacksons „Look Sharp“ ins Auge. Typografisch äußerst reduziert stechen die weißen Schuhe im Lichtstreifen deutlich hervor.


1979 – Joy Division – Unknown Pleasures

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Joy Division brachten es auf zwei Studioalben – das 1979er Werk „Unknown Pleasures“ und im Jahr darauf „Closer“. Kurz vor der anstehenden US-Tournee nahm sich Sänger Ian Curtis das Leben. Das Cover des Erstlings zeigt die Radioimpulse eines Pulsars. Es prägte eine Ära und wurde in den 80ern zum Kultsymbol  – erst in der Goth-Gemeinde, später darüber hinaus.


1979 – The Clash – London Calling

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Ich habe „London Calling“ bereits im Zusammenhang mit Evis‘ 1956er Album gewürdigt. Pennie Smith fotografierte Paul Simonon während eines Auftritts beim Zerschmettern seiner Bassgitarre. Sie begründete damit eine neue, spontanere Art der Musikfotografie.


1979 – Scorpions – Lovedrive

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Wenn ihre Musik doch auch immer so cool gewesen wäre wie ihre Cover! „Lovedrive“ aus dem Jahr 1979 toppt für mich sogar noch das wahrscheinlich bekanntere „Blackout“. Die klassische Limousine, sein adretter Anzug, der Blick zur entblößten Brust, ihr stoischer, unbewegter Blick – alle Elemente werden durch das langgezogene Kaugummi zusammengehalten und einer platten Sexualisierung enthoben. Bei diesem Motiv wurden Popper zu Hardrock-Fans!


1979 – AC/DC – Highway to Hell

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AC/DC sind potentiell mit gleich drei Alben in dieser Liste. Am Ende habe ich mich für H2H entschieden; vielleicht nur, weil Angus‘ Teufelsschwanz so sehr nach Selbstbefriedigung aussieht und Bon Scotts Lachen so gar nicht passt. Mit in der Auswahl wären natürlich auch Powerade“, „Back in Black“ (später verhunzt durch weiße Schriftlinien“) und „For those about to Rock …“ – immerhin kam die Kanone noch Jahrzehnte später bei Konzerten zum Einsatz.


1981 – Grace Jones – Nightclubbing

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Grace Jones „Nightclubbing“ nimmt in der Covergestaltung Bezug auf ihre früheren Modellkarriere und Arbeit für Armani und präsentiert sich nackt im Armani-Sacko. Sie spielt, wie Bowie zuvor, mit ihrem Geschlecht und Androgynität; anders als Bowie zeigt sie sich auf dem Cover aber nicht als gespaltene, nachdenkliche Persönlichkeit, sondern kraftvoll und fast schon provozierend.


1981 – The Police – Ghost In The Machine

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Die Digitalisierung des Menschen wurde schon vor „Ghost in the Machine“ (1981) visuell thematisiert. Die Reduktion der drei Bandmitglieder auf einige rote Balken, die sofort an die damals üblichen LED-Elemente von Taschenrechnern erinnern, ist heute noch so kraftvoll wie vor über fünfunddreißig Jahren. Digital ist hier nicht besser, sondern anarchisch: Um die jeweiligen Charakteristika herauszuarbeiten werden mehr und andere LEDs benötigt, als in den üblichen Sieben-Segment-Anzeigen vorhanden sind. Und so verknüpft sich mit dem Anblick des Covers auch heute noch die vage Hoffnung, ein Blick auf die Digitalanzeige des Weckers möge eines Morgens Sting, Andy und Stewart zeigen und nicht einfach nur 6:30.


1982 – U2 – War

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Anfang der 80er Jahre war die Angst vor einem Krieg gewaltig, das Wettrüsten im vollen Gange und ein Ende nicht absehbar. Die Friedensbewegung hatte großen Zulauf und mobilisierte Hunderttausende zu den alljährlichen Ostermärschen. Insofern muss man Bonos oft geäußerten Hinweis, wie mutig es gewesen sei, im Jahr 1982 ein Album mit dem Titel „War“ zu veröffentlichen, doch relativeren. Das entsprach durchaus dem Zeitgeist. Bedeutender ist vielmehr die Wahl des Motivs. Das eindrucksvolle Schwarzweißfoto eines Jungen (Peter Rowen) hat sich ins kollektive Bewusstsein einer Generation eingebrannt. Übrigens: Peter, Sohn eines guten Freundes von Bono, hat es noch auf weitere U2-Alben geschafft (Boy, Three, The Best of 1980–1990, Early Demos). 


1982 – Roxy Music – Avalon

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Wegen dieses Covers habe ich einmal eine Wette verloren. Ein Freund behauptete, auf den Alben von Roxy Music seien immer Frauen abgebildet. Ich wettete, mit dem „Avalon“-Cover im Hinterkopf, dagegen – und verlor. Peter Saville gestaltete das Artwork auf Basis eines Fotos, das die damalige Freundin Brian Ferrys (und spätere Frau) Lucy Helmore zeigt. Das Motiv des behelmten Kriegers mit Falken verweist auf die Legende um König Arthur und seine letzte Reise nach Avalon. Im Gegensatz zu vielen kriegerisch aufgemachten Metal-Alben mit Mittelalter-Hintergrund steht dieses Cover eher in der Tradition von Wishbone Ash und „Argus“.


1982 – Scorpions – Blackout

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Gitarrist Rudolf Schenker stieß im Stern auf das Bild Gottfried Helnweins und war sich sofort sicher: Das wird unser neues Albumcover! Der Künstler hat sein Werk noch nach den Ideen der Band überarbeitet und gemeinsam landeten sie einen Hit – sowohl visuell als auch musikalisch. Über Jahre hinaus zierte das Bild als Poster unzählige Jugendzimmer. Die Spannweite der drei hier vertretenen Cover des Jahres 1982 ist groß: „War“ als nachdenklicher, kritischer und durchaus auch pessimistischer Blick auf die Welt; „Avalon“ als weltabgewandte, kontemplative Perspektive und schließlich „Blackout“ – die aggressive Befreiung aus Zwängen und Ängsten.


1984 – Springsteen – Born in the U.S.A.

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Im Orwelljahr 1984 veröffentlicht Bruce Springsteen sein erfolgreichstes Werk „Born in the U.S.A.“. Wetten: Dieses Cover, dessen Foto von Annie Leibovitz aufgenommen wurde, hätte in Zeiten von Donald Trump keine Chance? Das würde doch zu anbiedernd an das amerikanische Mainland wirken. Doch Springsteens Rückseite vor der amerikanischen Flagge entwickelte sich zur wirkmächtigen Ikone. Meine These: Mit diesem Cover erwarb er sich die Legitimation, „der Boss“ zu sein.


1984 – Van Halen – 1984

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Der puttenhafte, rauchende Engel gehört zu Van Halens Erfolgsalbum „1984“ genau so wie die Hits „Jump“ und „Panama“. Und doch kam er eher aus Zufall aufs Cover — die Band hatte sich ursprünglich vier verchromte Tänzerinnen vorgestellt. Glücklicherweise hatte die Künstlerin Margo Nahas darauf keine Lust, gleichzeitig aber einige bereits fertige Illustrationen, von denen dann der Engel ausgewählt wurde. Weitere, amüsante Anekdoten findet ihr hier.


1985 – Grace Jones – Island Life

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1985 war die Zeit reif für eine erste Best of-Compilation von Grace Jones. Das Albumcover hat ihr damaliger Partner Jean-Paul Gode gestaltet. Statuengleich zelebriert Jones hier die körperliche Vollkommenheit durch eine im Detail „unmögliche“ Pose. Zahlreiche Künstlerinnen haben sich davon inspirieren lassen: Amber Rose für ein Photoshooting im Jahr 2010, mit dem Kanye West sein Blog startete, Nicki Minaj zitiert die berühmte Pose in ihrem Video zu „Stupid Hoe“ ausführlich und auch Kylie Minogue lies sich für ihr Album „Fever“ inspirieren.


1986 – Beastie Boys – Licensed to Ill

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Das Besondere an diesem Cover ist, dass es sowohl als reines Frontcover funktioniert, aber durch die Rückseite eine nochmal neue Bedeutung gewinnt, es handelt sich im Grunde um ein durchzogenes Motiv. Auf der Vorderseite sehen wir die das Heck einer Boing 727 mit martialischem Beastie Boys-Emmblem. Das wirkt großspurig und stellt eine Verbindung her zur großen Bedeutung der Fliegerei fürs Musikbusiness. Seit den 50er Jahren ist das Flugzeug zum Symbol des Erfolges geworden. Die Beatles und Rolling Stones inzenierten ihre jeweiligen Ankünfte nach Transatlantikflügen nicht selten als öffentliche Events. Und noch heute jetten Iron Maiden im eigenen Jet um die Welt. Mit dem „Day the music died“ im Jahr 1959, als unter anderem Buddy Holly und Richie Valens bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, kam auch eine Spur Drama ins Spiel mit den Zeichen und Symbolen. Und so dreht sich der martialische, arrogante Auftritt der Beastie Boys, wenn man das Gesamtkunstwerk betrachtet:


1991 – Nirvana – Nevermind

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Die ewige Jagd nach dem Geld, aber auch die zunehmende Hilflosigkeit des Einzelnen thematisieren Nirvana auf dem Cover von „Nevermind“ perfekt und bringen damit die Gefühle einer Generation auf den Punkt. Die zum Ausdruck gebrachte Skepsis der Gen X sich selbst gegenüber erweist sich als gerechtfertigt: Zerrieben zwischen den Boomern und den nachfolgenden Gen Y und Gen Z bleibt ihr tatsächlich wenig mehr, als beide mit ausreichend Geld zu versorgen…


1998 – Depeche Mode – The Singles 86 – 98

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Wie ein Preisschild recken sich die Zeichen in den Abendhimmel. Siebzehn Jahre nach „Ghost in the Machine“ steckt keine anarchische Kraft in dem LED-Schriftzug „dm 86 98“. Es ist die Dokumentation eines Zeitabschnitts, leicht resignativ. Was vorbei ist, wird nicht wieder kommen. Kurz vor der Jahrtausendwende verschicken Depeche Mode die Bestandsaufnahme einer im Untergang befindlichen Epoche und liefern eine kongeniale visuelle Umsetzung.


1993 – Snoop Doggy Dogg – Doggystyle

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1993 erschien mit „Doggystyle“ das Debütalbum des Rappers Snoop Doggy Dogg. Nicht nur das Cover, sondern das gesamte Album steckt voll unverstellter Sexismen. Der Titel bezieht sich sowohl auf seinen Künstlernamen als auch auf die „Hündchenstellung“. Als Meilenstein des Gangsta-Rap wirkte „Doggystyle“ tatsächlich stilbildend. Dem Bild fehlt sicher einiges an plakativ-ikonografischer Wirkung, doch wurde der Grafikstil in Folge häufig kopiert.


1993 – Wu-Tang Clan – Enter the Wu-Tang 36 Chambers

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Im selben Jahr wie obiges „Doggystyle“ erschien ein weiteres, wahrscheinlich noch einflussreicheres Debütalbum: „Enter the Wu-Tang 36 Chambers“. Das New Yorker Hip Hop-Kollektiv umfasste bei Veröffentlichung zehn Mitglieder – auf dem Cover finden sich jedoch nur sechs maskierte Gestalten, von denen bis heute unklar ist, ob es überhaupt die Musiker waren, die sich hinter den Masken verbergen. Der Clan wendet sich von der Glorifizierung der Ghettowelt ab und malt das Leben in eher düsteren Farben – doch der Zusammenhalt des Kollektivs sichert das Überleben. Die gesichtslose Maskierung findet selbstverständlich zahlreiche Nachahmer …

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