Category Archives: Statements

Apple TV4 – Usability Flop

Apple-Produkte stehen in dem Ruf, besonders benutzerfreundlich zu sein. Gleichzeitig schneidet Apple bei neuen Produkten gerne alte Zöpfe ab, um Innovationen voran zu treiben. So bleiben bei neuen Programm- oder Geräteversionen auch schon mal lieb gewonnene Funktionen auf der Strecke.

Ein Beispiel: Die (oder das?) Apple TV in der vierten Generation (kurz „ATV4“ genannt). In vielen Rezensionen wird die fehlende 4K-Unterstützung beklagt, die gute Usability hingegen gelobt. Ich frage mich, ob sich die entsprechenden Kollegen überhaupt ernsthaft mit dem Produkt beschäftigt haben. Weiterlesen …

Das Bespielen von Kanälen ist zu wenig

Medien-Channels

Auswahl und Bespielen von Channels ersetzt keine Content-Strategie

Unternehmenskommunikation ist im Wandel – die überwiegende Mehrheit der Unternehmen setzt inzwischen auf Inhalte, Dienstleister aller Couleur auf Content Marketing. Für die CP-Branche ergeben sich Chancen.

Die Digitalagenturen tun es, die Werber, die PR-Agenturen und die „CPler“ sowieso: Selten hat ein Kommunikationstrend verschiedene Disziplinen gleichermaßen angeregt wie Content Marketing.

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Die Lehmschicht

Sie sind der Organisationskiller schlechthin: Unmotivierte, zynische, destruktive Mitarbeiter im mittleren Management behindern ihre Kollegen und den Unternehmenserfolg.

„Ein reines Wasser muss durch einen tiefen Stein.“ Daran muss ich denken, wenn ich an Konzepten für die Interne Kommunikation für große Unternehmen arbeite.

In der Vorstellung wird das Wasser gefiltert und gereinigt, während es durch verschiedene Sedimentschichten sickert. Gleichzeitig werden Mineralien aufgenommen. In der Theorie bleibt als Ergebnis ein besonders gutes Wasser. Weiterlesen …

Botschaft aus dem Jahr 1996

Paid-Content

Paid Content am Scheideweg

„Paid Content muss man können“ schreibt Thomas Knüwer auf Indiskretion Ehrensache und zählt eine Vielzahl von miserabelen suboptimalen Angeboten deutscher Verlage auf. Ich bin gerade dabei, mein Büro aufzuräumen und mir fällt das Buch „Führungsaufgaben in Redaktionen“ aus dem Jahr 1996 in die Hände. Hier finden sich im Beitrag „Es fehlen überzeugende Gesamtkonzepte“ von Bernd-Jürgen Martini folgende Zitate:

„Die Marktanteile der Zeitungen am Werbe-Spending gehen zurück, nicht die Beträge.“

„Was den Zeitungen gegenwärtig fehlt, ist ein Gesamtkonzept für die Medienaktivitäten im lokalen Raum. Im Moment haben die Zeitungshäuser noch die besseren Chancen, weil sie über das Programm, die Nachrichten, die passenden Strukturen verfügen. Sie haben Wettbewerber, die ihrerseits über die Technik verfügen, nicht aber über Programme. Wenn die Zeitungen diesen Startvorteil nicht nutzen, laufen sie Gefahr, dass branchenfremde Anbieter sich die Programmkompetenz aufbauen.“

Heute wissen wir, dass die Verlagshäuser ihren Startvorteil nicht zu nutzen wussten. Content ist nach wie vor King, aber die Königsmacher sitzen zunehmend nicht mehr in den Redaktionen der Verlage, sondern in Wohnzimmern und Bürogemeinschaften. Sie schreiben Blogs und pflegen ihre eigenen Netzwerke.

„Die Tageszeitung ist allenfalls in der Summe parallel bedienter Zielgruppen ein generelles Medium …“

Ein unscheinbarer Satz – mit ungeheurer Sprengkraft. Martini erkennt bereits vor 17 Jahren, dass die Bindungskraft der Zeitungen als Leitmedium eine Fiktion ist. Die lokale Nähe ist schon damals nicht mehr das einzige verbindende Kriterium. Weitere, interessengeleitete Kriterien treten hinzu. Heute sind wir ganz selbstverständlich Mitglied in unterschiedlichen Gemeinschaften (Communities): von regional bis global, je nach Interessensgebiet. Die lokale Nähe hätte ein Startvorteil beim Aufbau dieser Communities sein können – tatsächlich war das Kleinklein und die Segmentierung eines der größten Hindernisse bei der Etablierung stabiler Netzwerke.

Das Resumé fällt dann schon fast prophetisch aus:

„Die Historie lehrt, dass Zeitungsverleger nicht dann schon reagieren, wenn sie eine Einsicht haben – sondern erst dann, wenn sie aus ökonomischen Gründen wirklich handeln müssen. Wer allerdings Züge besteigen will, die bereits den Bahnhof verlassen haben, geht das Risiko ein, den Anschluss zu verpassen.“

Social Media … und noch ein Missverständnis

Der Branchendienst CP Wissen, den ich hier ausdrücklich zum Lesen empfehle, hat am 11.5. einen kleinen Artikel über twitter veröffentlicht. Dabei beruft sich CP Wissen auf Zahlen von Website Monitoring Blog. Die Interpretation der Zahlen zeigt eine gewisse Skepsis gegenüber Social Media im allgemeinen und Social Media im besonderen.

Zitat: „Auch dass ein großer Teil der Twitterer im Dauerschlaf versunken ist, belegen die Zahlen: 41 Prozent haben zwar einen Account aber nicht ein einziges Mal „getweetet“. 27 Prozent twittern Privates, 30 Prozent über ihre aktuelle Situation, nur 4 Prozent empfehlen oder klagen über konkrete Produkte.“ Conclusio gleich im Vorspann: „Das Material stimmt zumindest skeptisch.“

Wenden wir diese Logik auf andere Medienkanäle oder Kommunikationsmaßnahmen an:

  • 95 Prozent der deutschen Haushalte haben einen Fernseher, aber nur 0,001 Prozent haben jemals einen TV-Beitrag produziert. Folglich ist das Fernsehen als Kommunikationskanal völlig ungeeignet.
  • Eine Befragung bzw. Studie, die mir von jeweils knapp 30 Prozent der Teilnehmer Rückschlüsse auf ihr privates Umfeld bzw. ihre persönliche Situation erlaubt, ist für die Unternehmenskommunikation wertlos.
  • Ein nahezu kostenloses Mailing, bei dem sich nur vier Prozent Response ergeben, lohnt sich nicht.

Ich glaube, man kann die Zahlen auch genau anders herum lesen. Wenn wir berücksichtigen, was Social Media ausmacht, dann lassen sich ganz andere Schlüsse ziehen.

Nur ein kleiner Prozentsatz nimmt aktiv an Diskussionen teil. Die „Masse“ rezipiert, konsumiert, verfolgt die Diskussion. Erstens: Wahrscheinlich sind die Aktiven echte Multiplikatoren. Vor gar nicht allzulange Zeit hätten Unternehmen sehr viel Geld dafür ausgegeben, diese Menschen zu identifizieren und kommunikativ zu betreuen. Zweitens: Eine passive Haltung ist nicht negativ. So rezipieren nun mal die meisten Menschen.

Viele Unternehmen nutzen heute schon teuer erworbene Erkenntnisse über das konkrete Lebensumfeld ihrer (potentiellen) Kunden. Die Umzugsdatenbank der Deutschen Post ist genau aus diesem Grund heiß begehrt. Zur frühzeitigen Trenderkennung ist dieses Wissen ein echtes Asset und hilft bei der Kommunikationsplanung. Übrigens: Wir setzen dabei auf eine abgestimmte Methodik (Conversation Reader).

Vier Prozent artikulieren aktiv, ungetriggert, Interesse an Unternehmen bzw. Produkten? Fantastisch! Eine Elfmetersituation!

Eine überzeugende Social Media-Strategie beginnt beim Zuhören. Die Action lautet, unter anderem, Social Publishing.

Alle wollen aufs iPad …

Am Freitag habe ich mich mit Branchenkollegen (vulgo der Konkurrenz) im „Arbeitskreis Digitale Medien“ des FCP getroffen. Heißestes Thema: Das iPad. Für Corporate Publisher ist das iPad ein fantastischer Kanal.

Natürlich hat jeder der Kollegen einen ganz eigenen Blick auf das iPad bzw. die „neue“ Geräteklasse Tablet-PCs. Es gibt die Verlagsdenke, die vor allem Vermarktungs- bzw. Absatzpotentiale sieht, und eine Corporate Communication-Sicht, die im Sinne einer umfassenden Unternehmenskommunikation jeden sinnvollen Kanal bespielen möchte. Und natürlich Imagebildung, Produktabsatz, etc.

Die entscheidende Frage lautet, wie die konzeptionellen Vorteile von touchfähigen Tablets medial genutzt werden können. Also nicht: Wie bringe ich mein Magazin aufs iPad. (Das ist, nebenbei gesagt, einfach – und kostet auch nicht viel.)

Die echten Vorteile vom iPad & Co zeigen sich nur, wenn sie hinsichtlich User-Interface und Contentintegration optimal genutzt werden. Erste Ergebnisse aus unserem Uselab liegen uns nun vor – wir beraten unsere Kunden gerne 😉

Weitere Infos zum Beispiel hier: CPWissen – Mit Vjoon aufs iPad. (Mal sehen, ob das so einfach geht …)

Wir retten die Welt!

Streifzug durch den Blätterwald
Alle wollen die Welt retten. Dazu bedarf es scheinbar in erster Linie einer Veränderung unserer Art des Wirtschaftens. Keine Revolution, kein neues System. Um in CP-Sprache zu bleiben: ein Relaunch muss her. Und so ein Wirtschaftssystemrelaunch braucht dann ein Sprachrohr, also ein neues Magazin. „enorm“ heißt das, klein geschrieben, und verspricht in der Unterzeile die „Wirtschaft für den Menschen“. Die erste Ausgabe beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Social Business. Social Business heißt, dass sich die Wirtschaft in den Dienst der Menschen stellt.
Das erinnert mich an eine Einführungsvorlesung in die Betriebswirtschaftslehre von Prof. Dr. Louis Perridon, die ich miterleben durfte. Er begann mit einer Frage. „Wozu ist Wirtschaft da?“ Keine Antwort aus dem Auditorium, das sich, es waren die späten 80er Jahre, eher als Publikum begriff. Leichte Variation der Frage, „warum wirtschaften wir?“ Schweigen, die Golf Cabrio-Fraktion beginnt sich zu fragen, ob das prüfungsrelevant ist. Dann doch die ersten Antworten. „Um Geld zu verdienen.“ Perridon schaut auf seine Finger, Schweigen. „Zur Gewinnmaximierung.“ Perridon schaut an die Decke des Hörsaals, Schweigen. So geht das eine Viertelstunde. Endlich erlöst er die Erstsemester: „Zur Bedürfnisbefriedigung! Um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, darum betreiben wir Wirtschaft.“
Zurück zu „enorm“ und Social Business. Ein großes Thema, aber der Titel verspricht noch mehr. Nämlich die „Krötenwanderung“. Achtung doppeldeutig! „Die Krötenwanderung – Ethische Banken profitieren von der Krise und wachsen damit gegen den Trend“. Hallo? Schon mal auf die jüngste Bilanz der Deutschen Bank geschaut? Die aus der enorm-Perspektive vermutlich nicht ethisch handelt. Aber es ist – wie immer – eine Frage der Perspektive.
Ein bisschen enttäuscht klappe ich enorm zu – da hatte ich mir mehr Substanz versprochen. Die finde ich im Haravard Business manager, Edition Fallstudien zum Thema Ethik. Die Fallstudien behandeln sehr anschaulich konkrete Probleme, denen sich ein Unternehmer ausgesetzt sieht, der „ethisch“ handeln will. Jeweils vier Lösungsszenarien von verschiedenen Experten zeigen, wie sich die Protagonisten verhalten könnten. Gerade diese Pluralität der Lösungen ist es, die der komplexen Frage nach dem „richtigen“ Handeln gerecht wird. Empfehlung: kaufen + lesen!
Und ein weiteres Magazin hilft uns, die Welt zu retten. Aus dieser Ecke hätten wir das nicht erwartet, denn es handelt sich um ramp, also im Grunde doch um ein Automagazin. Nein, natürlich ist das nicht  einfach „ein“ Automagazin, sondern wenn überhaupt „das“ Automagazin. Vielleicht auch die Rettung der Gattung Automagzin. Aber damit gibt sich ramp nicht ab, es geht schließlich um die Weltrettung. Die betreibt es, Achtung, Buzzword dieser Ausgabe, ostentativ. „Hurra, wir retten die Welt!“ heißt es auf dem Cover. Wie das geht? Chefredakteur und Herausgeber Michael Köckritz macht sich mit dem 911er Turbo auf nach Kopenhagen zur Weltklimakonferenz. Hört sich doof an, ist es aber nicht. Sondern gut geschrieben und sogar erhellend. Irgendwie ostentativ. Wer rausfindet, wie oft ostentativ in der Frühjahrsausgabe der ramp steht, kann einen Publicis Publishing-Kugelschreiber gewinnen…
Zur Weltrettung gehört Nachhaltigkeit, Sustainibility, wie wir Weltretter sagen. Und die beginnt bei jedem ganz persönlich. Und mit persönlich meine ich persönlich, nämlich bei der Liebe. „Erste Liebe, schönste Liebe?“ fragt Das Magazin auf dem Titel seiner Maiausgabe. Klingt doch interessant. Und wenn es so wäre und dazu führte, dass wir unserer ersten Liebe treu blieben: Wieviel CO2 ließe sich da sparen? Das aber hat Das Magazin nicht untersucht, sondern veröffentlicht stattdessen „Neueste Protokolle aus dem Beziehungslabor“. Ich lese aber lieber Drostes Beitrag über Spargel.
Mit Nachhaltigkeit und Weltverbesserung hat das Aprilheft der brand eins wenig zu tun. Es geht stattdessen um Lebensplanung. Ein Thema, dass ja oft in geradezu diametralen Widerspruch zur Weltverbesserung steht. Immerhin, der Titel ist supersuperdoppeldreifachdeutig. „Wie weiter?“ heißt es da. Also weiter und dann noch ein Fragezeichen. Toll. Aber ostentativ nicht weltverbessernd.
Ebenfalls wenig nachhaltig dürfte der Auftritt von Trip in Deutschland ausfallen. „Das Kultmagazin aus Brasilien“ bringt in seiner Erstausgabe einfach zu wenig neues, ungesehenes. Ein bisschen wie FHM und Maxim vor fünf Jahren. Liebe Männer, kauft es trotzdem, damit die Jungs um Thomas Garms noch eine zweite Chance haben. Lieber Herr Garms, bitte weiter und besser machen.
Wie schaffe ich nun den Übergang von Trip zu Cicero, also dem Magazin für politische Kultur? Die Maiausgabe, die heute ganz frsich auf meinem Schreibtisch gelandet ist, verspricht zum Glück keine Weltrettung, wohl aber Joschka Fischers Sorge um Kohls Erbe. Außerdem geht es um „Kriege im Frieden“, den Mythos Grace Kelly und Görings Ausreden. Bei letzterem Artikel bin ich schon beim ersten Durchblättern hängen geblieben, denn er stammt aus der Feder von Eric M. Warburg, der noch im Mai ’45 Hermann Göring verhört hat. Mit anderen Worten: Hier schreibt ein Zeitzeuge. Toll, dass Cicero solche Texte nach Deutschland bringt. Ich freue mich aufs Wochenende und eine spannende Cicer-Lektüre …

IMG00225-20100430-1626Am Mittwoch habe ich einen kleinen Streifzug durch den Pressehandel am Frankfurter Hauptbahnhof unternommen. Eine neue Mode scheint unter vielen Magazinmachern ausgebrochen zu sein:  Sie wollen die Welt retten. Weiterlesen …

AK Digitale Medien Reloaded | Smart Content, All Media

Die digitalen Corporate Publishing-Medien boomen. Ob Websites, Corporate Video, Blogs oder e-Journals: Die Nachfrage nach neuen Medienformen steigt. Der Arbeitskreis „Digitale Medien“ des Forum Corporate Publishing hat hingegen gelahmt – wahrscheinlich, weil die Mitglieder in konkreten Kundenprojekten involviert sind.

Dabei hat der Arbeitskreis wichtige Themen zu bearbeiten: Wie gut sind Corporate Publisher aufgestellt, um Online-Projekte zu konzipieren und zu realisieren? Ist die Außendarstellung des Verbandes nicht zu printlastig? Welche Rolle spielt das iPad für modernes Corporate Publishing? Und auch das Thema Pricing ist „heiß“ – nicht nur für die Dienstleister, sondern natürlich auch für Kunden. Denn die Akzeptanz eines Online-Mediums hängt nicht zuletzt von sinnvollen, tragbaren Preismodellen ab, die einen Return on Communication bieten.

Am 7. Mai startet der Arbeitskreis neu. Auf geht’s! Denn erst mit Corporate Publishing bekommt Online-Kommunikation Inhalt …

AK Digitale Medien Reloaded | Smart Content, All Media.