Category Archives: Statements

Wiesn 2016

Eins steht fest: Es geht auf dem Oktoberfest deutlich entspannter zu als in den vergangenen Jahren. Schlecht für die Wirte, schön für die Besucher. Weniger Gedränge heißt in der Regel mehr Spaß.

Die Sicherheitsmaßnahmen wirken scheinbar abschreckend. Doch die Kontrollen an den Eingängen gehen schnell und die Ordnungskräfte sind verhältnismäßig freundlich.

Apple TV4 – Usability Flop

Apple-Produkte stehen in dem Ruf, besonders benutzerfreundlich zu sein. Gleichzeitig schneidet Apple bei neuen Produkten gerne alte Zöpfe ab, um Innovationen voran zu treiben. So bleiben bei neuen Programm- oder Geräteversionen auch schon mal lieb gewonnene Funktionen auf der Strecke.

Ein Beispiel: Die (oder das?) Apple TV in der vierten Generation (kurz „ATV4“ genannt). In vielen Rezensionen wird die fehlende 4K-Unterstützung beklagt, die gute Usability hingegen gelobt. Ich frage mich, ob sich die entsprechenden Kollegen überhaupt ernsthaft mit dem Produkt beschäftigt haben. Weiterlesen …

Die Lehmschicht

Sie sind der Organisationskiller schlechthin: Unmotivierte, zynische, destruktive Mitarbeiter im mittleren Management behindern ihre Kollegen und den Unternehmenserfolg.

„Ein reines Wasser muss durch einen tiefen Stein.“ Daran muss ich denken, wenn ich an Konzepten für die Interne Kommunikation für große Unternehmen arbeite.

In der Vorstellung wird das Wasser gefiltert und gereinigt, während es durch verschiedene Sedimentschichten sickert. Gleichzeitig werden Mineralien aufgenommen. In der Theorie bleibt als Ergebnis ein besonders gutes Wasser. Weiterlesen …

Botschaft aus dem Jahr 1996

Paid-Content

Paid Content am Scheideweg

„Paid Content muss man können“ schreibt Thomas Knüwer auf Indiskretion Ehrensache und zählt eine Vielzahl von miserabelen suboptimalen Angeboten deutscher Verlage auf. Ich bin gerade dabei, mein Büro aufzuräumen und mir fällt das Buch „Führungsaufgaben in Redaktionen“ aus dem Jahr 1996 in die Hände. Hier finden sich im Beitrag „Es fehlen überzeugende Gesamtkonzepte“ von Bernd-Jürgen Martini folgende Zitate:

„Die Marktanteile der Zeitungen am Werbe-Spending gehen zurück, nicht die Beträge.“

„Was den Zeitungen gegenwärtig fehlt, ist ein Gesamtkonzept für die Medienaktivitäten im lokalen Raum. Im Moment haben die Zeitungshäuser noch die besseren Chancen, weil sie über das Programm, die Nachrichten, die passenden Strukturen verfügen. Sie haben Wettbewerber, die ihrerseits über die Technik verfügen, nicht aber über Programme. Wenn die Zeitungen diesen Startvorteil nicht nutzen, laufen sie Gefahr, dass branchenfremde Anbieter sich die Programmkompetenz aufbauen.“

Heute wissen wir, dass die Verlagshäuser ihren Startvorteil nicht zu nutzen wussten. Content ist nach wie vor King, aber die Königsmacher sitzen zunehmend nicht mehr in den Redaktionen der Verlage, sondern in Wohnzimmern und Bürogemeinschaften. Sie schreiben Blogs und pflegen ihre eigenen Netzwerke.

„Die Tageszeitung ist allenfalls in der Summe parallel bedienter Zielgruppen ein generelles Medium …“

Ein unscheinbarer Satz – mit ungeheurer Sprengkraft. Martini erkennt bereits vor 17 Jahren, dass die Bindungskraft der Zeitungen als Leitmedium eine Fiktion ist. Die lokale Nähe ist schon damals nicht mehr das einzige verbindende Kriterium. Weitere, interessengeleitete Kriterien treten hinzu. Heute sind wir ganz selbstverständlich Mitglied in unterschiedlichen Gemeinschaften (Communities): von regional bis global, je nach Interessensgebiet. Die lokale Nähe hätte ein Startvorteil beim Aufbau dieser Communities sein können – tatsächlich war das Kleinklein und die Segmentierung eines der größten Hindernisse bei der Etablierung stabiler Netzwerke.

Das Resumé fällt dann schon fast prophetisch aus:

„Die Historie lehrt, dass Zeitungsverleger nicht dann schon reagieren, wenn sie eine Einsicht haben – sondern erst dann, wenn sie aus ökonomischen Gründen wirklich handeln müssen. Wer allerdings Züge besteigen will, die bereits den Bahnhof verlassen haben, geht das Risiko ein, den Anschluss zu verpassen.“

Social Media … und noch ein Missverständnis

Der Branchendienst CP Wissen, den ich hier ausdrücklich zum Lesen empfehle, hat am 11.5. einen kleinen Artikel über twitter veröffentlicht. Dabei beruft sich CP Wissen auf Zahlen von Website Monitoring Blog. Die Interpretation der Zahlen zeigt eine gewisse Skepsis gegenüber Social Media im allgemeinen und Social Media im besonderen.

Zitat: „Auch dass ein großer Teil der Twitterer im Dauerschlaf versunken ist, belegen die Zahlen: 41 Prozent haben zwar einen Account aber nicht ein einziges Mal „getweetet“. 27 Prozent twittern Privates, 30 Prozent über ihre aktuelle Situation, nur 4 Prozent empfehlen oder klagen über konkrete Produkte.“ Conclusio gleich im Vorspann: „Das Material stimmt zumindest skeptisch.“

Wenden wir diese Logik auf andere Medienkanäle oder Kommunikationsmaßnahmen an:

  • 95 Prozent der deutschen Haushalte haben einen Fernseher, aber nur 0,001 Prozent haben jemals einen TV-Beitrag produziert. Folglich ist das Fernsehen als Kommunikationskanal völlig ungeeignet.
  • Eine Befragung bzw. Studie, die mir von jeweils knapp 30 Prozent der Teilnehmer Rückschlüsse auf ihr privates Umfeld bzw. ihre persönliche Situation erlaubt, ist für die Unternehmenskommunikation wertlos.
  • Ein nahezu kostenloses Mailing, bei dem sich nur vier Prozent Response ergeben, lohnt sich nicht.

Ich glaube, man kann die Zahlen auch genau anders herum lesen. Wenn wir berücksichtigen, was Social Media ausmacht, dann lassen sich ganz andere Schlüsse ziehen.

Nur ein kleiner Prozentsatz nimmt aktiv an Diskussionen teil. Die „Masse“ rezipiert, konsumiert, verfolgt die Diskussion. Erstens: Wahrscheinlich sind die Aktiven echte Multiplikatoren. Vor gar nicht allzulange Zeit hätten Unternehmen sehr viel Geld dafür ausgegeben, diese Menschen zu identifizieren und kommunikativ zu betreuen. Zweitens: Eine passive Haltung ist nicht negativ. So rezipieren nun mal die meisten Menschen.

Viele Unternehmen nutzen heute schon teuer erworbene Erkenntnisse über das konkrete Lebensumfeld ihrer (potentiellen) Kunden. Die Umzugsdatenbank der Deutschen Post ist genau aus diesem Grund heiß begehrt. Zur frühzeitigen Trenderkennung ist dieses Wissen ein echtes Asset und hilft bei der Kommunikationsplanung. Übrigens: Wir setzen dabei auf eine abgestimmte Methodik (Conversation Reader).

Vier Prozent artikulieren aktiv, ungetriggert, Interesse an Unternehmen bzw. Produkten? Fantastisch! Eine Elfmetersituation!

Eine überzeugende Social Media-Strategie beginnt beim Zuhören. Die Action lautet, unter anderem, Social Publishing.