Hifi-Musikserver mit Streaming – Anforderungen (Teil 1)

Tolles Hifi muss nicht „teuer“ sein. Und so fasste ich während meines Urlaubs in der Casa della Lupo, bei dem mir meine heimische Musikauswahl schmerzlich fehlte, den Plan, einen hochwertigen Musikserver für das Wochenenddomizil selbst zu bauen. Teil 1 dieser kleinen Serie erläutert die Anforderungen an das Projekt.

In meiner Anlage at home übernimmt der fabelhafte und auf jeden Fall preiswerte Bluesound Vault 2 diese Aufgabe und ist außerdem noch CD-Ripper und DAC in einem Gerät.

Darum habe ich mir als erstes eine Anforderungsliste für mein DIY-Hofo-Projekt erstellt:

  • Musikserver mit flexiblen USB-Festplatten
  • Streaming von möglichst vielfältigen Diensten, auf jeden Fall aber Spotify und Tidal
  • keine Einschränkung hinsichtlich möglicher Fileformate
  • keine DAC-Funktionalität
  • kein CD-Ripper
  • Eventuell Zugriff auf NAS-Laufwerke
  • Standalone-Gerät, das nach einmaliger Konfiguration ohne Bildschirm und Tastatur einsatzbereit ist
  • Kontrolle / Bedienung via iPad

Die erste Anforderung ergibt sich aus meinem Wunsch, die Musik einfach durch Kopieren von Dateien auf eine angeschlossene Festplatte übertragen zu können und so eine maximale Unabhängigkeit von möglichen Ursprungsquellen zu haben. Ganz konkret möchte ich die Musikbibliothek des Vault einfach kopieren und nutzen können. Dieses Nutzungsszenario vermute ich bei vielen Hifi-Enthusiasten: Sie kaufen Hires-Musik bei Diensten wie Highresaudio am Computer, laden die Songs runter und speichern die Musik entweder auf der Festplatte des Computers oder ein angeschlossenes Laufwerk. Vielleicht rippen sie auch ihre CD-Sammlung. Diese Musik soll nun ohne Computer über die Hifi-Anlage abgespielt werden.

Die zweite Anforderung ergibt sich daraus, dass ich selbst häufig Spotify nutze, um mir einen Eindruck von neuen Alben mache, ehe ich sie als LP oder Download kaufe.

Die dritte Anforderung bezieht sich darauf, dass der Musikserver selbst die möglichen Fileformate nicht  einschränken sollte – die Einschränkung liegt einzig beim DAC …

Mein Bluesound Vault 2 bringt einen DAC mit. Ein DAC (Digital-to-Analog-Converter) wandelt digitalen Signale bzw. Dateien in analoge Audioimpulse um, die via normalen Cinchkabeln an einen Verstärker weitergegeben werden. Der Verzicht auf einen DAC für mein Projekt ist leicht erklärbar: Ich möchte die Quellen (die Dateien) von der Aufbereitung (dem DAC) möglichst trennen, um einzelne Komponenten einfacher austauschen zu können. Außerdem bieten viele Mittelklasse-Verstärker heute bereits vernünftige DACs ab Werk. Und schließlich ist ein DAC extrem kritisch, was interne Timings angeht. Diese Bürde möchte ich hier nicht tragen. Das heißt aber auch, dass ich für meinen Musikserver zwingend einen DAC benötige. (Siehe hier auch meine kleine „Problemliste„.)

Ebenso ist auch der Verzicht auf einen integrierten CD-Ripper zu verstehen. Ich habe diverse Möglichkeiten zum CD-Rippen (Vault, Mac + CD-Laufwerk) und benötige keine weitere. Kleine Anmerkung: Die Zeitschrift Audio hat in diesem Jahr ein hervorragendes CD-Ripper-Projekt veröffentlicht.

Als nice-to-have habe ich die Möglichkeit angesehen, eine vorhandene NAS einzubinden. Tatsächlich stellt mein vielzitierter Vault seine Bibliothek als NAS im Heimnetzwerk zur Verfügung. Aber auch jedes andere NAS-Laufwerk sollte erreichbar sein. Diese Funktionalität spielt in meinem konkreten Anwendungsfall keine große Rolle, denn ich möchte einfach eine Festplatte mit Musik mit ins Wochenendhaus nehmen und dort genießen; schön wäre es aber dennoch …

Die letzte Anforderung ist die eigentliche Top-Prio: Nach einmaliger Konfiguration sollte der Server nach dem Einschalten ohne weitere Anmeldung zur Verfügung stehen und von einem vorhandenen Mobilgerät aus (bei mir einem iPad) bedient werden können.

Habe ich etwas übersehen? Vielleicht noch meine Preisvorstellung. Kommerzielle Produkte kosten, je nach Festplattenausbau, schnelle mehrere Tausend Euro. Ich möchte meinen Musikserver für ca. 200 Euro realisieren.

Im zweiten Teil kläre ich die Hardware- und Software-Voraussetzungen.

 

2 Kommentare

  1. […] ich im ersten Teil die Anforderungen an meinen DIY-Musikserver definiert habe, folgt im zweiten Teil eine erste […]

  2. […] schreitet überwiegend gut voran. Es gibt aber auch Probleme, die ich in der kleinen Serie nicht behandeln möchte. Stattdessen sammele ich alles, was mit bei dieser Arbeit unterkommt, in […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s