Tag Archives: Social Publishing

Social Media … und noch ein Missverständnis

Der Branchendienst CP Wissen, den ich hier ausdrücklich zum Lesen empfehle, hat am 11.5. einen kleinen Artikel über twitter veröffentlicht. Dabei beruft sich CP Wissen auf Zahlen von Website Monitoring Blog. Die Interpretation der Zahlen zeigt eine gewisse Skepsis gegenüber Social Media im allgemeinen und Social Media im besonderen.

Zitat: „Auch dass ein großer Teil der Twitterer im Dauerschlaf versunken ist, belegen die Zahlen: 41 Prozent haben zwar einen Account aber nicht ein einziges Mal „getweetet“. 27 Prozent twittern Privates, 30 Prozent über ihre aktuelle Situation, nur 4 Prozent empfehlen oder klagen über konkrete Produkte.“ Conclusio gleich im Vorspann: „Das Material stimmt zumindest skeptisch.“

Wenden wir diese Logik auf andere Medienkanäle oder Kommunikationsmaßnahmen an:

  • 95 Prozent der deutschen Haushalte haben einen Fernseher, aber nur 0,001 Prozent haben jemals einen TV-Beitrag produziert. Folglich ist das Fernsehen als Kommunikationskanal völlig ungeeignet.
  • Eine Befragung bzw. Studie, die mir von jeweils knapp 30 Prozent der Teilnehmer Rückschlüsse auf ihr privates Umfeld bzw. ihre persönliche Situation erlaubt, ist für die Unternehmenskommunikation wertlos.
  • Ein nahezu kostenloses Mailing, bei dem sich nur vier Prozent Response ergeben, lohnt sich nicht.

Ich glaube, man kann die Zahlen auch genau anders herum lesen. Wenn wir berücksichtigen, was Social Media ausmacht, dann lassen sich ganz andere Schlüsse ziehen.

Nur ein kleiner Prozentsatz nimmt aktiv an Diskussionen teil. Die „Masse“ rezipiert, konsumiert, verfolgt die Diskussion. Erstens: Wahrscheinlich sind die Aktiven echte Multiplikatoren. Vor gar nicht allzulange Zeit hätten Unternehmen sehr viel Geld dafür ausgegeben, diese Menschen zu identifizieren und kommunikativ zu betreuen. Zweitens: Eine passive Haltung ist nicht negativ. So rezipieren nun mal die meisten Menschen.

Viele Unternehmen nutzen heute schon teuer erworbene Erkenntnisse über das konkrete Lebensumfeld ihrer (potentiellen) Kunden. Die Umzugsdatenbank der Deutschen Post ist genau aus diesem Grund heiß begehrt. Zur frühzeitigen Trenderkennung ist dieses Wissen ein echtes Asset und hilft bei der Kommunikationsplanung. Übrigens: Wir setzen dabei auf eine abgestimmte Methodik (Conversation Reader).

Vier Prozent artikulieren aktiv, ungetriggert, Interesse an Unternehmen bzw. Produkten? Fantastisch! Eine Elfmetersituation!

Eine überzeugende Social Media-Strategie beginnt beim Zuhören. Die Action lautet, unter anderem, Social Publishing.

Mailingtage. Direktmarketing und Social Publishing

In diesem Jahr halte ich auf den Mailingtagen einen kurzen Vortrag über Social Publishing und die Auswirkungen auf die Art, wie Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren. Natürlich stelle ich mir die Frage, ob dieses Thema auf eine Direktmarketingmesse passt.

Meine Erfahrungen vom letztjährigen Messebesuch haben mir gezeigt, dass vielen Unternehmen noch immer der Zugang zu allen „echten“ Web 2.0-Ansätzen fehlt. Nun ist der Hype vorbei und nicht wenige glauben, wieder zur Tagesordnung, sprich einem schicken Directmail, zurückkehren zu können — selbstverständlich modern druckveredelt und individualisiert.

Im vergangenen Jahr war Web 2.0 in aller Munde und auf den Mailingtagen ein Buzzword. In den Sonderveranstaltungen rund um Corporate Publishing lief ein sublimer Konflikt zwischen unterschiedlichen Anbietern über die Rolle von Onlinemagazinen, aka e-Journals. Mein Beitrag zu diesem Thema beschränkte sich auf eine Bemerkung, dass e-Journals mit Web 2.0 in etwa so viel zu tun hätten wie ein Drachenflieger mit interplanetarer Raumfahrt…

Tatsächlich haben viele Marketing-Verantwortliche die fundamentalen Veränderungen der Kommunikationslandschaft nicht verstanden. Auch viele Dienstleister tun sich hier schwer. Dabei sind die „Megatrends“ der Kommunikation eindeutig und einfach zu verstehen:

  • Aus Kunden werden Nutzer.
  • Das Marken-/Unternehmens-Image wird zunehmend unter Nutzern verhandelt und gebildet.
  • Die Einflussmöglichkeiten von Unternehmen auf ihr Image verändern sich dramatisch.

Das Bild der Unternehmenskommunikation als „Orchester“ und damit des Kommunikateurs als Dirigenten ist daher ein Anachronismus. Gefragt ist vielmehr die Fähigkeit, in einer Jazz-Session spontan mitzuspielen und dabei den richtigen Ton zu treffen. Die Noten sind also nicht mehr alle vorgegeben, die Aufgabe wird komplexer. Wer mitspielen will, sollte sich darauf einstellen.

Mailingtage. Direktmarketing und Social Publishing

In diesem Jahr halte ich auf den Mailingtagen einen kurzen Vortrag über Social Publishing und die Auswirkungen auf die Art, wie Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren. Natürlich stelle ich mir die Frage, ob dieses Thema auf eine Direktmarketingmesse passt.
Meine Erfahrungen vom letztjährigen Messebesuch haben mir gezeigt, dass vielen Unternehmen noch immer der Zugang zu allen „echten“ Web 2.0-Ansätzen fehlt. Nun ist der Hype vorbei und nicht wenige glauben, wieder zur Tagesordnung, sprich einem schicken Directmail, zurückkehren zu können — selbstverständlich modern druckveredelt und individualisiert.
Im vergangenen Jahr war Web 2.0 in aller Munde und auf den Mailingtagen ein Buzzword. In den Sonderveranstaltungen rund um Corporate Publishing lief ein sublimer Konflikt zwischen unterschiedlichen Anbietern über die Rolle von Onlinemagazinen, aka e-Journals. Mein Beitrag zu diesem Thema beschränkte sich auf eine Bemerkung, dass e-Journals mit Web 2.0 in etwa so viel zu tun hätten wie ein Drachenflieger mit interplanetarer Raumfahrt…
Tatsächlich haben viele Marketing-Verantwortliche die fundamentalen Veränderungen der Kommunikationslandschaft nicht verstanden. Auch viele Dienstleister tun sich hier schwer. Dabei sind die „Megatrends“ der Kommunikation eindeutig und einfach zu verstehen:

  • Aus Kunden werden Nutzer.
  • Das Marken-/Unternehmens-Image wird zunehmend unter Nutzern verhandelt und gebildet.
  • Die Einflussmöglichkeiten von Unternehmen auf ihr Image verändern sich dramatisch.

Das Bild der Unternehmenskommunikation als „Orchester“ und damit des Kommunikateurs als Dirigenten ist daher ein Anachronismus. Gefragt ist vielmehr die Fähigkeit, in einer Jazz-Session spontan mitzuspielen und dabei den richtigen Ton zu treffen. Die Noten sind also nicht mehr alle vorgegeben, die Aufgabe wird komplexer. Wer mitspielen will, sollte sich darauf einstellen.