Aktuelle Ausschreibungen: Drehscheibe

Öffentliche Ausschreibungen aus Marketing & Kommunikation vom 6.10.2026

Noch immer freue ich mich besonders, wenn ein CMF-Mitglied unter „Vergebene Aufträge“ auftaucht. Heute ist es wieder so weit. Gleichzeitig findet ihr dort zwei völlig abstruse Vergaben; sicher allen rechtlichen Regeln entsprechend und geradezu bestechend logisch. 

Land Hessen: Grafische Gestaltung und Programmierung der Geschäftsberichte HMdF

Collage Icons und Signets aus dem Geschäftsbericht des Landes Hessen 2025
Die Icons und Signets des Geschäftsberichts 2025 bieten Verbesserungspotential.

Das Land Hessen vergibt für das Hessische Ministerium der Finanzen (HMdF) die grafische Gestaltung und Programmierung der Geschäftsberichte 2026 bis 2029 als druckfähiges PDF und digitales eMagazin. Der Vertrag läuft vom 1. März 2027 bis 28. Februar 2031; der Auftraggeber kann ihn frühestens nach zwei Jahren mit sechsmonatiger Frist kündigen. Ein geschätzter Auftragswert oder ein Budget wird nicht veröffentlicht.

Jährlich ist ein Geschäftsbericht mit rund 180 Seiten plus Umschlag umzusetzen, davon etwa 55 Seiten Imageteil. Vorgesehen sind Layout, Satz und Reinzeichnung, bis zu 100 Grafiken, die Bearbeitung von bis zu 27 Bildern, rund 20 Stunden Autorenkorrekturen sowie die Erstellung eines strukturierten PDF. Parallel entsteht ein eMagazin mit rund 50 HTML-Seiten und etwa zehn unterschiedlichen Seitentypen. Ein eigenes CMS ist nicht vorgesehen; geliefert werden die fertigen HTML-Seiten. Die digitalen Inhalte müssen nach der Hessischen Verordnung über barrierefreie Informationstechnik barrierefrei umgesetzt werden.

Kein Relaunch: Die Gestaltung des Geschäftsberichts 2025 einschließlich Designlinien, Farbwelten, Typografie und Layoutstrukturen soll fortgeführt werden. Trotzdem verlangt das HMdF bereits mit dem Angebot umfangreiche Gestaltungsentwürfe. Für das PDF müssen unter anderem Titel, Kennzahlen- und Inhaltsseite, ein Ressortportrait, Nachhaltigkeitsseiten sowie Seiten mit Tabellen und Finanzinformationen neu gestaltet werden. Für das eMagazin sind ebenfalls mehrere vorgegebene Seitentypen als Entwurf einzureichen. Zusätzlich ist ein Konzept für Ablauf, Zeitplanung, personelle Ressourcen, technische Ausstattung und Qualitätssicherung erforderlich. Ausgewählte Bieter müssen Konzept und Gestaltungsentwürfe anschließend präsentieren.

Der Preis wird mit 40 Prozent gewertet. Jeweils 25 Prozent entfallen auf den Gestaltungsentwurf des gedruckten Geschäftsberichts und den Entwurf des eMagazins, weitere 10 Prozent auf das Ausführungs- und Umsetzungskonzept. Die wesentlichen Leistungen werden als jährliche Festpreise angeboten; für zusätzliche Layoutseiten, Grafiken, umfangreichere Änderungen, Autorenkorrekturen und Bildrecherche werden ergänzend Einzelpreise beziehungsweise Stundensätze abgefragt. Die eigentliche Produktionsphase liegt jedes Jahr konzentriert zwischen März und Anfang Juli. 

Abgabefrist: 24. November 2026, 12:00 Uhr 

Details & Teilnahme: https://vergabe.hessen.de/NetServer/PublicationControllerServlet?function=Detail&TOID=54321-NetTender-1a0f710fe27-545c3fa215444dd6&Category=InvitationToTender

Universität Hamburg: Anzeigenmanagement

Die Universität Hamburg sucht eine Medienagentur für HR, Recruiting und Personalmarketing, die die Veröffentlichung nationaler und internationaler Stellenanzeigen übernimmt. Das geschätzte Auftragsvolumen liegt bei 150.000 Euro netto pro Jahr beziehungsweise 600.000 Euro netto über die maximale Vertragslaufzeit. Erwartet werden jährlich rund 130 Online-Anzeigen und fünf Printanzeigen in regionalen sowie nationalen und internationalen Tageszeitungen und Fachzeitschriften.

Die Rahmenvereinbarung beginnt voraussichtlich Mitte Oktober 2026 und läuft zunächst ein Jahr. Sie kann dreimal um jeweils zwölf Monate auf maximal vier Jahre verlängert werden; eine Mindestabnahme oder ein Mindestumsatz wird nicht garantiert. Zum Leistungsumfang gehören die Aufbereitung der Stellenanzeigen, Lektorat, Beratung zur Medienauswahl sowie die Buchung und Veröffentlichung auf geeigneten Stellenportalen und in Printmedien. Neben klassischen Portalen sollen auch alternative und performance-orientierte Schaltungen möglich sein.

Mit dem Angebot sind Arbeitsproben einzureichen. Anhand zweier vorgegebener Stellenausschreibungen müssen Bieter Korrekturabzüge erstellen und geeignete Medien samt Kosten empfehlen. Für eine Anzeige ist zusätzlich eine Kurzfassung für eine simulierte Schaltung im Hamburger Abendblatt zu gestalten. Bewertet werden unter anderem Lektorat, Medienempfehlung, Kostenvoranschlag, Gestaltung und Umsetzung des Corporate Designs.

Der Zuschlag wird zu 50 Prozent nach dem Preis und zu 50 Prozent nach der Qualität vergeben. Innerhalb der Qualitätswertung entfallen 15,22 Prozentpunkte auf die Arbeitsproben und 34,78 Prozentpunkte auf eine Konzeptunterlage. Darin werden unter anderem Ansprechpersonen und deren Erfahrung, Vorgehensweise und Service, Beratungskonzept sowie Auswahl der Veröffentlichungsportale und performance-orientierte Veröffentlichung bewertet.

Abgabefrist: 16. Oktober 2026, 09:00 Uhr

Details & Teilnahme: https://fbhh-evergabe.web.hamburg.de/evergabe.bieter/api/supplier/external/deeplink/subproject/6782e5ee-9191-447f-b8c7-09827728e16c

Techniker Krankenkasse: Bildbeurteilung und -bearbeitung für die eGK

Mal was anderes: Die Techniker Krankenkasse (TK) vergibt die Bildbeurteilung und -bearbeitung von Versichertenfotos für die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Leistungsbeginn ist der 1. Juli 2027. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre; anschließend kann sich der Vertrag bis längstens 30. Juni 2031 verlängern. Über die maximale Laufzeit kalkuliert die TK mit rund 7,08 Millionen zu verarbeitenden Bildern. Ein konkreter Auftragswert wird nicht veröffentlicht; der Höchstwert des Rahmenvertrags liegt bei 115 Prozent des Angebotsvergleichspreises.

Aktuell fallen arbeitstäglich zwischen 5.000 und 12.000 Bilder an. Für die erste Vertragshälfte werden 1,7 Millionen Bilder im zweiten Halbjahr 2027, 1,9 Millionen 2028 und 800.000 im ersten Halbjahr 2029 erwartet. Für die beiden möglichen weiteren Vertragsjahre kalkuliert die TK mit 1,26 beziehungsweise 1,42 Millionen Bildern. Eine Mindestabnahme wird nicht garantiert.

Der Dienstleister übernimmt die automatisierte bzw. manuelle Prüfung, Beurteilung und Bearbeitung der Fotos nach den Vorgaben der TK und der gematik. Dazu gehören unter anderem Beschnitt und Zentrierung, Anpassungen von Schärfe, Helligkeit, Kontrast und Farbe sowie die Prüfung, ob ein Foto für die Gesundheitskarte geeignet ist. Der Datenaustausch erfolgt über eine Site-to-Site-VPN-Verbindung und PONTON/ebXML. Die Verarbeitung muss bei rechtzeitigem Eingang innerhalb eines Arbeitstags erfolgen, die Rückgabe spätestens am zweiten Arbeitstag. Für den Datenaustausch muss ein 24/7-Betrieb gewährleistet werden.

Bemerkenswert ist die Regelung zum KI-Einsatz: KI darf grundsätzlich für geeignete Arbeitsschritte eingesetzt werden, sofern Datenschutz, Informationssicherheit und die Vorgaben der EU-KI-Verordnung eingehalten werden. Die TK-Daten dürfen nicht zum Training oder zur Weiterentwicklung der eingesetzten KI verwendet werden. Gleichzeitig müssen mindestens 20 Prozent aller beurteilten bzw. bearbeiteten Bilder abschließend manuell und ausdrücklich nicht KI-gestützt kontrolliert werden – und zwar durch eine andere Person als diejenige, die das Bild zuvor beurteilt oder bearbeitet hat.

Abgabefrist: 16.11.2026 12:00 Uhr

Details & Teilnahme: https://vergabe.tk.de/Satellite/notice/CXR0YYRY654

Kassenärztliche Vereinigung Berlin: Produktion KV Blatt

Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin schreibt die Produktion ihres Mitgliedermagazins „KV Blatt“ aus. Das Magazin erscheint ab 2027 viermal jährlich mit einer Auflage von jeweils rund 11.000 Exemplaren und einem durchschnittlichen Umfang von 40 bis 60 Seiten plus vier Seiten Umschlag. Der Vertrag läuft zunächst vom 1. Januar bis 31. Dezember 2027 und verlängert sich automatisch einmal um ein weiteres Jahr, sofern er nicht gekündigt wird. Ein Auftragswert oder Budget wird in den vorliegenden Unterlagen nicht genannt.

Der Auftrag umfasst Layout und Druckvorbereitung, Anzeigenakquise und -verwaltung, Druck und buchbinderische Verarbeitung sowie die Postversandvorbereitung. Die Redaktion selbst und der eigentliche Versand sind nicht Bestandteil der Ausschreibung. Zum Leistungsumfang gehören unter anderem Bildbearbeitung, Tabellen und Grafiken, Titelseitengestaltung, Reinzeichnung sowie barrierefreie Web-PDFs. Für die Anzeigenakquise sowie für Druck und Versandvorbereitung kann der Auftragnehmer mit spezialisierten Dienstleistern zusammenarbeiten. KI-generierte Darstellungen und nachgebaute Grafiken sind entsprechend zu kennzeichnen. Aktuell wird der Auftrag von Köllen Druck+Verlag GmbH abgewickelt.

Mit dem Angebot müssen zwei Referenzmagazine sowie sechs eigens für das Verfahren gestaltete Testseiten eingereicht werden. Dafür stehen die Themen „Ärztemangel in Berlin“ und „Digitalisierung in der Praxis“ zur Wahl; jeweils zu gestalten sind eine Titelseite und eine Doppelseite. Die Gestaltung muss sich am Corporate Design der KV Berlin orientieren.

Preis und Qualität werden mit jeweils 50 Prozent gewichtet. Von den 50 Qualitätspunkten entfallen 20 auf Druckqualität, Originalität und Kreativität der Referenzmagazine sowie 30 auf Qualität und Kreativität der Testseiten.

Abgabefrist: 27. Oktober 2026, 09:00 Uhr

Details & Teilnahme: https://www.dtvp.de/Satellite/notice/CXP4Y61MV9E

Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena): Vertrag zur Konzeption und Umsetzung eines Medienspiegels, Medien-Monitorings, Media-Analyse und Social Listenings auf webbasierter Plattform

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) sucht einen Dienstleister für eine umfassende webbasierte Lösung zur Medienbeobachtung und Kommunikationsanalyse. Der Vertrag hat eine Grundlaufzeit von vier Jahren und kann zweimal um jeweils zwölf Monate verlängert werden, also auf maximal sechs Jahre. Der Vertragsbeginn ist für Dezember 2026 vorgesehen, die vollständige Implementierung soll bis Ende März 2027 abgeschlossen sein. Ein geschätzter Auftragswert oder ein maximales Budget wird nicht veröffentlicht.

Die Ausschreibung umfasst fünf miteinander verbundene Leistungspakete. Dazu gehört ein werktäglicher digitaler Medienspiegel mit maximal 20 kuratierten Meldungen, der bis 8 Uhr bereitstehen soll. Hinzu kommen Medien– und Social-Media-Monitoring für klassische Medien, Fachmedien, TV und Hörfunk sowie Plattformen wie Instagram, Facebook, X, Reddit, Threads, LinkedIn, YouTube, Bluesky, TikTok und Mastodon. Grundlage des Monitorings soll ein gemeinsam entwickeltes Codebuch mit rund 40 bis 50 Suchbegriffen und einer dreistufigen Themenstruktur sein.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse: Vorgesehen sind quartalsweise Medienresonanzanalysen mit quantitativen und qualitativen Kriterien, Management Summary und Dashboard. Erfasst werden unter anderem Reichweite, Tonalität, Themen- und Projektpräsenz, Influencer und Thought Leader, Wettbewerber sowie Trends und potenzielle Kommunikationsrisiken. Gefordert ist zudem die Analyse der Sichtbarkeit in LLM-Suchmaschinen, einschließlich Sentiment-Trends, Falschinformationen und „Share of Voice“ in LLMs. Eine KI-Assistenz soll Daten aus Medien-Monitoring und Social Listening auswerten, interpretieren und zusammenfassen.

Die Plattform wird als SaaS-Lösung verlangt und soll unter anderem historische Daten, Alerts, Exporte sowie Schnittstellen zu Microsoft 365, Power BI und dem Newsroom-System Scompler unterstützen. Die Einführung erfolgt über Workshops und Schulungen von Januar bis März 2027. Das Vergabeverfahren ist ein offenes Verfahren; Nebenangebote sind nicht zugelassen. 

Abgabefrist: 6. November 2026, 23:58 Uhr

Details & Teilnahme: https://www.evergabe.de/unterlagen/01a0f682-f333-49c5-8ed1-18736d58814e/zustellweg-auswaehlen

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV): Eventagentur

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) schreibt einen Rahmenvertrag für die Unterstützung bei Veranstaltungsplanung, -organisation und -durchführung aus. Im Mittelpunkt stehen zwei Formate: ein jährlich stattfindender Medienpreis sowie jährlich ein bis zwei politische Veranstaltungen. Der Vertrag läuft vom 1. Februar 2027 bis 31. Januar 2029 und kann zweimal verlängert werden, maximal bis 31. Januar 2031. Eine Mindestabnahme ist nicht vorgesehen; ein Auftragswert oder Budget wird nicht veröffentlicht.

Besonders umfangreich ist die Neuausrichtung des bisherigen German Paralympic Media Award (GPMA). Der Medienpreis soll künftig stärker Rehabilitation, berufliche Eingliederung und Teilhabe in den Mittelpunkt stellen. Die Agentur entwickelt dafür unter anderem eine Umsetzungsstrategie sowie einen neuen Namen, Logo und Key Visual. Zur Leistung gehören außerdem PR und Kontaktmanagement zur Gewinnung von Einreichungen, Anzeigen und Social-Media-Materialien, Video-Trailer und Nominierten-Clips, Bühnendesign, Veranstaltungsregie sowie die Betreuung der Juryarbeit. Die Preisverleihung 2027 ist bereits für den 10. November 2027 in Berlin mit rund 170 bis 190 Gästen vorgesehen.

Ein eigener Bestandteil ist die Entwicklung bzw. Bereitstellung einer webbasierten Einreichungs- und Bewertungsplattform für den Medienpreis. Über sie werden Beiträge aus Film, Artikel, Hörfunk, Foto und Online eingereicht. Sie muss unter anderem Registrierung und Rollenverwaltung, Upload und Streaming größerer Medien-Dateien, Jury-Bewertungen, Kommentare, Live-Punktevergabe, Rankings und Exporte ermöglichen. Die Plattform muss DSGVO-konform und barrierefrei sein und bereits zum Start der Einreichungsphase im Frühjahr 2027 vollständig funktionieren.

Daneben betreut die Agentur politische Veranstaltungsformate der DGUV in Berlin – von kleineren Dialogformaten mit bis zu 100 Gästen bis zu größeren Veranstaltungen mit bis zu 199 Teilnehmenden. Gefordert werden unter anderem Konzeption, Bühnen- und Raumgestaltung, Abstimmung mit Technik und Messebau, Ablaufplanung sowie bei Bedarf Moderationstexte, Regie und Stagemanagement. Das Vergabeverfahren ist ein EU-weites offenes Verfahren. Gefordert werden unter anderem mindestens 500.000 Euro durchschnittlicher Jahresumsatz sowie jeweils zwei Referenzen für Preisverleihungen und politische Veranstaltungen aus den vergangenen drei Jahren. 

Abgabefrist: 3. November 2026, 10:00 Uhr

Details & Teilnahme: https://www.dtvp.de/Satellite/notice/CXV1YYDDYR0R9C1S

Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.: Rahmenvertrag Grafik ab 2027

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schreibt einen Rahmenvertrag für Grafikleistungen in zwei Losen aus. Los 1 umfasst die Konzeption und Umsetzung von Kommunikationsmaterialien, Los 2 die rein grafische Umsetzung ohne vorgelagerte Konzeption. Die Verträge laufen vom 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2028 und können zweimal um jeweils ein Jahr bis maximal Ende 2030 verlängert werden. Ein konkreter Auftragswert wird nicht veröffentlicht; dafür nennt der vzbv detaillierte Stundenkontingente.

In Los 1 geht es beispielsweise um kreative Leitideen für Kampagnen und Veranstaltungen, Claims, neue Kommunikationsformate und Best-Practice-Recherchen sowie deren grafische Umsetzung – etwa für Flyer, Plakate, Publikationen, Infografiken, Social Media, Key Visuals, Raumbranding und Werbemittel. Für die reine Konzeption sind jährlich 100 Stunden plus optional 20 Stunden vorgesehen. Hinzu kommen für die grafische Umsetzung jährlich 500 Stunden, 2030 sogar 600 Stunden; optional sind je nach Jahr weitere 20 bis 40 Stunden eingeplant. Damit umfasst Los 1 über die maximale vierjährige Laufzeit rund 2.500 fest geplante Stunden plus bis zu 160 optionale Stunden.

Los 2 deckt die laufende grafische Umsetzung ohne Konzeptionsleistung ab. Hier sind jährlich 175 fest geplante und weitere 175 optionale Stunden vorgesehen – über vier Jahre also 700 fest geplante und bis zu 700 optionale Stunden. Beide Lose umfassen unter anderem Bildrecherche, Korrektorat, Reinzeichnung, Druck- und Online-Daten sowie die Erstellung barrierefreier Materialien. Für Bildeinkäufe können zusätzlich bis zu 15 Prozent der jeweiligen Vergütung für Grafikleistungen angesetzt werden. Die Agenturen müssen außerdem ein webbasiertes Projektmanagement-Tool bereitstellen.

Die Zuschlagswertung unterscheidet sich nach Los. Bei Los 1 zählen ein Konzept für ein innovatives Mailing-Format des Verbraucherreports mit 30 Prozent, ein Gestaltungsentwurf für einen Jahresgruß mit 30 Prozent und der Preis mit 40 Prozent. Bei Los 2 entfallen 40 Prozent auf den Gestaltungsentwurf, 10 Prozent auf Reaktions- und Bearbeitungszeiten und 50 Prozent auf den Preis. Angebote können für eines oder beide Lose abgegeben werden; Nebenangebote sind ausgeschlossen.

Abgabefrist: 9. November 2026, 12:00 Uhr

Details & Teilnahme: https://www.dtvp.de/Satellite/notice/CXP4YA5MVTY

European Central Bank: Translation works and services from EN into DE, FR and IT

Die Europäische Zentralbank (EZB) schreibt Übersetzungs-, Revisions-, Korrektur- und Post-Editing-Leistungen aus dem Englischen ins Deutsche, Französische und Italienische aus. Der geschätzte Gesamtwert beträgt 2,3 Mio. Euro netto, der Höchstwert der Rahmenvereinbarungen liegt bei 3 Mio. Euro netto. Die Laufzeit beträgt vier Jahre ohne Verlängerungsoption. Die Ausschreibung ist in insgesamt neun Lose gegliedert; Angebote können für ein, mehrere oder alle Lose abgegeben werden.

Für jede der drei Zielsprachen gibt es drei unterschiedliche Lose: „Off/On-site assignments“ für die stundenweise Unterstützung der internen Übersetzer der EZB, „Quality Outsourcing assignments“ mit besonderem Schwerpunkt auf der Qualität und „Capacity Outsourcing assignments“, bei denen insbesondere eine schnelle Bearbeitung größerer Volumina gefragt ist. Für die deutschen Lose werden Auftragswerte von 600.000 Euro (DE-1), 500.000 Euro (DE-2) und 200.000 Euro (DE-3) geschätzt – zusammen also 1,3 Mio. Euro.

Bemerkenswert ist der ausdrücklich vorgesehene Einsatz von maschineller Übersetzung und Large Language Models (LLM). Sofern Translation-Memory-Treffer, maschinelle Übersetzungen oder LLM-Ausgaben bereitgestellt werden, müssen diese als Arbeitsgrundlage verwendet werden. Gefordert wird je nach Auftrag Übersetzung einschließlich vollständigem Post-Editing, Revision, Korrekturlesen oder leichteres Post-Editing. Das Endergebnis muss dabei durchgehend die Qualität einer professionell erstellten menschlichen Übersetzung erreichen und ohne weitere Überarbeitung durch die EZB veröffentlichungsfähig sein.

Die Vergabe erfolgt im offenen Verfahren. Für sämtliche Lose wird die Qualität mit 70 Prozent und der Preis mit 30 Prozent gewichtet. Die Rahmenvereinbarungen werden ohne erneuten Aufruf zum Wettbewerb geschlossen; je nach Los ist die Zahl der möglichen Rahmenvertragspartner begrenzt. Angebote sind in englischer Sprache einzureichen.

Abgabefrist: 02.11.2026, 12:00 Uhr MEZ

Details & Teilnahme: https://eu.mu.ariba.com/uav/project/?token=c9bc8947-dc4a-47bf-a37c-4428dc0f0698

Vergebene Aufträge

Die Stadtreinigung Hamburg vergibt Agenturleistungen an Albert Bauer Companies, Hamburg.

DB Systel nutzt künftig Scompler als Contentplanungstool; die NBank, Hannover, hat Swat.io, Wien, als Anbieter für ihr Social Media Management Tool ausgewählt.

Eine abstruse Vergabe stammt von der RWTH Aachen, die folgende Leistung ausgeschrieben haben: „Veröffentlichung von Stellenanzeigen für Professuren in DIE ZEIT“. Die Quizfrage lautet, wer diesen Auftrag übernehmen wird. Überraschung, das ist der Zeitverlag Gerd Bucerius, Hamburg.  In die gleiche Kerbe schlägt die Bundesrepublik Deutschland, die Maltego Technologies, München mit der Beschaffung von Maltego Software Lizenzen für die Bundespolizei beauftragt.

Ich fasse die Ausschreibungen nach bestem Wissen zusammen und frage gelegentlich bei den Auftraggebern nach fehlenden Details. Bitte prüft insbesondere die Angaben zu Terminen selbst nach.

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