Streit um Seniorenheim

Die geplante „Seniorenanlage Stephensonplatz“ am S-Bahnhof Perlach stößt auf Widerstand bei Anwohnern. Auf der Bürgerversammlung am 16. Juli werden zahlreiche Anträge gestellt, die auf eine Überprüfung der Pläne oder eine Verkleinerung der Gebäude abzielen.

Der favorisierte Entwurf von Empfehlung: Johannes Kaufmann und Partner GmbH, Dornbirn, mit Planstatt Senner, München
Der favorisierte Entwurf: Johannes Kaufmann und Partner mit Planstatt Senner

Bisher gibt es nur Pläne und einen Bauzaun. Seit Jahren wird diskutiert. Am 17. Juni fand es eine eigens diesem Thema gewidmete Informationsveranstaltung statt. Als es auf der Bürgerversammlung um die Bebauung des Stephensonplatzes geht, wird es emotional.

Die Bedenken konzentrieren sich im Wesentlichen auf drei Punkte:

  1. Luftzirkulation: Durch die sechsstöckige Anlage könnte es zu einem Wärmestau im angrenzenden Wohngebiet kommen.
  2. Verkehrssituation: Befürchtet wird eine zusätzliche Belastung durch den Versorgungsverkehr des Altenheims und Besucherverkehr. Auch die geänderte Führung der Buslinie würde auf der Schneckestraße zu zusätzlichem Verkehr führen.
  3. Der „alte Baumbestand“ müsste dem Heim weichen, bis die „Ersatzbäume“ gewachsen sind, würde es Jahre dauern.

Anträge auf der Bürgerversammlung

Die Anträge zielen vordergründig nicht auf eine komplette Aufgabe des Projekts, sondern auf eine drastische Verkleinerung: Der Bau soll auf vier Geschosse (statt sechs) begrenzt werden – dies bedeutet eine Reduktion um ein Drittel. Weiterhin wird gefordert, nur drei statt vier Gebäude (Baukörper) zu errichten. Überschlägig würde diesen Forderungen zu einer Halbierung der Nutzfläche führen. Das kann nicht ohne Auswirkung auf die Rentabilität der Anlage bleiben.

Geplant sind bis zu 300 Pflegeapartments mit Betreuungsmöglichkeit und eine Pflegestation mit zirka 60 Betten sowie Gemeinschaftseinrichtungen, extern nutzbare medizinische und therapeutische Angebote und öffentlich zugängliches Restaurant.

Die verschiedenen Anträge zur Prüfung und Überarbeitung der Planung wurden in der Bürgerversammlung mit großer Mehrheit angenommen. Das eigentliche Bürgerbeteiligungsverfahren ist scheinbar abgeschlossen, zumindest wird es auf dem Portal der Bauleitplanung München nicht mehr gelistet. Insofern bin ich skeptisch, was die Wirksamkeit der Anträge angeht.

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