Augmented Reality, Redaktion, Grafik, Film, Website

Öffentliche Ausschreibungen aus Marketing & Kommunikation vom 21.8.2026

Der Siegeszug von Augmented Reality wurde immer wieder prophezeit und dann doch stillschweigend abgesagt. Seit dem 7. Oktober letzten Jahres habe ich heute die erste öffentliche Ausschreibung mit AR-Elementen im Beitrag!

Erst kürzlich habe ich mich über das Budget des BIÖG mokiert. Heute habe an den BIÖG-Ausschreibungen, das hier mittlerweile zu den Vielfach-Ausschreibern gehört, wenig auszusetzen – auch wenn es keine Riesenbudgets sind. Andererseits scheinen sie mir im Rahmen der geforderten Leistungen angemessen. Neben meiner Agentur- betrachte ich die Ausschreibungen auch durch die Steuerzahlerbrille 😉

Aus dieser Perspektive passt imho die Aufteilung des ausgeschriebenen Rahmenvertrags beim DAAD: Die Trennung zwischen Redaktion und Grafik muss zwar nicht sein, ist aber einigermaßen nachvollziehbar.

Mich würde eure Meinung interessieren: Ich nehme bisher keine Event-Ausschreibungen auf. Heute habe ich ein Los zum Veranstaltungsmanagement mit aufgenommen, weil es Teil einer Ausschreibung in 3 Losen ist. Soll ich solche Themen künftig auch als Einzelmeldung berücksichtigen? Interessieren euch solche Projekte? Bitte schreibt mir eure Meinung in die Kommentare oder schreibt mir direkt.

DAAD: Rahmenvertrag für redaktionelle Kommunikation sowie Grafik und Design

Versteckte redaktionelle Schätze: Der Einstieg ins DAAD Journal auf der Website.
Versteckte redaktionelle Schätze: Der Einstieg ins DAAD Journal auf der Website.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) schreibt einen umfangreichen Rahmenvertrag für die Erstellung seiner Print-, Online- und Multimedia-Veröffentlichungen aus. Das Verfahren ist in zwei Lose gegliedert: Los 1 umfasst redaktionelle Kommunikationsdienstleistungen, Los 2 Grafik- und Design-Leistungen. 

Los 1 – Redaktionelle Kommunikationsdienstleistungen: Gesucht wird ein Dienstleister für medienübergreifende Redaktionsarbeit. Das Spektrum reicht von Broschüren, Flyern und Online-Artikeln über Newsletter und interaktive Publikationen bis zu Videos, animierten Erklärfilmen, 360-Grad- und VR/AR-Formaten sowie Podcasts. Zu den konkreten Projekten gehören unter anderem das DAAD Journal, das Alumnimagazin Letter, der DAAD-Jahresbericht und die Außenstellenberichte sowie Veröffentlichungen für GATE-Germany, die Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser (DWIH) und Research in Germany. Vorgesehen sind außerdem Kommunikationskampagnen, unter anderem für die „Konrad Zuse Schools of Excellence in Artificial Intelligence“. 

Los 2 – Grafik- und Design-Leistungen: Hier geht es um die gestalterische Konzeption und Umsetzung von DAAD-Medien sowie die Weiterentwicklung des Corporate Designs. Gefragt sind unter anderem Basislayouts und Gestaltung für Print- und Onlinepublikationen, Broschüren, Studien, Factsheets, Anzeigen, Poster, Roll-ups, Messestände und PowerPoint-Präsentationen sowie einfache Grafiken und komplexere Infografiken. Die Gestaltung soll von vornherein crossmedial angelegt sein, sodass Elemente beispielsweise zugleich für Publikationen und Social Media eingesetzt werden können. 

Bei Los 1 handelt es sich ausdrücklich um einen Rahmenvertrag mit bedarfsweisen Einzelabrufen. Die beschriebenen Projekte stellen die derzeitige Planung dar; weitere Vorhaben können hinzukommen oder entfallen. Eine Abnahmeverpflichtung oder exklusive Beauftragung garantiert der DAAD nicht. 

Die Vergabe erfolgt als Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb. Interessierte Agenturen reichen daher zunächst keinen vollständigen Angebotspreis, sondern einen Teilnahmeantrag zum Nachweis ihrer Eignung ein. Nur ausgewählte Unternehmen werden anschließend zur Angebotsabgabe eingeladen. Die Erstangebote sollen anschließend bis 26. Oktober eingereicht werden; Präsentationen und Verhandlungsgespräche sind für den 4. bis 6. November in Bonn vorgesehen, die endgültigen Angebote voraussichtlich bis 23. November 2026. 

Angaben zu einem konkreten Auftragsvolumen oder Höchstwert sind in den vorliegenden Unterlagen nicht enthalten.

Teilnahmefrist: 18. September 2026 um 12:00 Uhr

Details & Teilnahme: e-Vergabe – Ausschreibung 883641

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Betreuung und Weiterentwicklung der Medien Familienplanung (print und digital – www.familienplanung.de)

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) schreibt die Betreuung und Weiterentwicklung seiner Medien zum Thema Familienplanung aus. Im Mittelpunkt stehen die Webseiten familienplanung.de und jung-und-schwanger.de sowie die zugehörigen Printmedien. Gesucht wird eine Agentur, die sowohl die konzeptionelle als auch die gestalterische Weiterentwicklung übernimmt. 

Das Aufgabenspektrum ist breit: Vorgesehen sind die Neu- und Weiterentwicklung von Webseiten und Online-Tools ebenso wie die Gestaltung von Broschüren, Flyern, Plakaten, Anzeigen, Infografiken, Roll-ups und weiteren Kommunikationsmitteln. Hinzu kommen unter anderem Logoentwicklung, die Entwicklung und Fortschreibung eines Corporate Design Manuals, die Optimierung von Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit sowie die bessere Auffindbarkeit der digitalen und analogen Angebote. Auch die Konzeption und Produktion von Audio- und Videobeiträgen bis hin zu Animations- und Erklärvideos kann Bestandteil der Einzelaufträge sein. 

Die Leistungen werden über eine Rahmenvereinbarung nach Bedarf in Einzelaufträgen abgerufen. Das BIÖG prognostiziert ein jährliches Auftragsvolumen von 90.000 Euro netto ohne Fremdkosten. Für die gesamte Vertragsdauer einschließlich der Verlängerungsoptionen gilt eine Obergrenze von 450.775 Euro netto inklusive Fremdkosten; Mindestabnahmemengen werden nicht garantiert. Für bestimmte Fremdleistungen, unter anderem bei Audio- und Videoproduktionen sowie Workshops und Pretests, sind bis zu 67.500 Euro netto vorgesehen. 

Der Leistungszeitraum beginnt mit Zuschlag, frühestens am 1. Februar 2027, und beträgt zunächst 24 Monate. Der Vertrag kann zweimal um jeweils zwölf Monate verlängert werden und damit eine maximale Laufzeit von vier Jahren erreichen. 

Für die Angebotswertung müssen die Bieter unter anderem ein Kurzkonzept zur Optimierung der Startseite von familienplanung.de für Desktop und Mobil sowie ein neues Printmedium zur Bewerbung des Gesamtangebots entwickeln. Zusätzlich werden die vorgesehenen Personen für Projektleitung, stellvertretende Projektleitung und Designleitung anhand ihrer Berufserfahrung und einschlägiger Referenzprojekte bewertet. Die Gesamtwertung erfolgt nach der erweiterten Richtwertmethode auf Basis des Leistung-Preis-Verhältnisses; mindestens 60 Prozent der maximal erreichbaren Leistungspunkte müssen erzielt werden. 

Abgabefrist: 21. September 2026, 12:00 Uhr. 

Details & Teilnahme: e-Vergabe – Ausschreibung 883837

BIÖG: Kommunikationsmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit in drei Losen

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) vergibt einen umfangreichen Rahmenvertrag für Kommunikationsmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit. Das offene Verfahren umfasst drei Lose: Öffentlichkeitsarbeit für „Gesund und aktiv älter werden“, Öffentlichkeitsarbeit für den „Impulsgeber Bewegungsförderung“ sowie Veranstaltungsorganisation für „Gesund und aktiv älter werden“

Los 1 – „Gesund und aktiv älter werden“: Gesucht wird eine Agentur für die fachlich-inhaltliche Strategieentwicklung sowie die Konzeption, Entwicklung, Begleitung und Umsetzung von Kommunikations- und PR-Maßnahmen. Die Kreativaufgabe umfasst unter anderem eine Ideenskizze zur Erweiterung des Online-Moduls Demenz, einen Flyerentwurf sowie die Konzeption einer Öffentlichkeitsarbeitsmaßnahme zum Thema Demenzprävention. 

Los 2 – „Impulsgeber Bewegungsförderung“: Im Mittelpunkt stehen Kommunikationsmaßnahmen rund um ein Angebot für kommunale Akteure. Dazu gehören die konzeptionelle Optimierung der User Experience, die grafische Weiterentwicklung der Plattform sowie Aufgaben zu SEO und Generative Engine Optimization (GEO). Als Angebotsaufgaben sind unter anderem die Entwicklung eines Werbemittels einschließlich Kommunikationskonzept sowie eine Konzeptskizze zur UX-Optimierung vorgesehen. 

Los 3 – Veranstaltungsorganisation: Gefragt sind Planung und Umsetzung von Veranstaltungen. Die Angebotsaufgabe umfasst unter anderem die Konzeption eines rund 20 Quadratmeter großen Messestands mit interaktivem Angebot sowie einer digitalen Veranstaltungsreihe mit zwei Terminen pro Jahr. 

Das prognostizierte jährliche Auftragsvolumen beträgt brutto 99.000 Euro für Los 1, 47.250 Euro für Los 2 und 79.789,50 Euro für Los 3. Die Obergrenzen über die gesamte mögliche Vertragsdauer liegen bei 440.000 Euro, 158.000 Euro beziehungsweise 354.620 Euro brutto. Ein Mindestabruf wird nicht garantiert. 

Der Vertrag läuft zunächst bis 31. Dezember 2028. Los 1 und 3 können bis Ende 2030 verlängert werden, Los 2 bis Ende 2029. 

Abgabefrist: 15. September 2026, 10:00 Uhr.

Details & Teilnahme: e-Vergabe – Ausschreibung 883416

Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung: Konzeption und Durchführung einer Info-Kampagne zu den Regionalkonferenzen

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) schreibt die Konzeption und Durchführung einer Informationskampagne zu den künftigen Regionalkonferenzen im Rahmen der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle aus. Die Kampagne soll 2027 starten; der Schwerpunkt der Kommunikationsmaßnahmen wird voraussichtlich zwischen Herbst 2027 und Ende 2028 liegen. 

Hintergrund ist der für Ende 2027 erwartete Vorschlag der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) für jene Regionen, die als mögliche Endlagerstandorte vertieft untersucht werden sollen. Als Planungsgröße geht die Ausschreibung von zehn Standortregionen aus; tatsächlich können es weniger sein, wodurch sich auch der Auftragswert verringern kann. 

Gesucht wird eine Agentur für ein entsprechend breites Leistungsspektrum. Dazu gehören Projektmanagement und PR-Beratung, Kampagnenkonzeption, Redaktion, Kreation und Gestaltung, Social Media, Mediaplanung und Mediaeinkauf, Krisenprävention und Krisenkommunikation sowie Pressearbeit. Darüber hinaus soll die Agentur bei Bedarf Informationsstände betreuen und eine Telefonhotline einrichten und betreiben. 

Die Kampagne gliedert sich in mehrere Phasen. Zunächst soll die Agentur eine Informationskampagne für die noch nicht kategorisierten und damit potenziell betroffenen Gebiete sowie für das politische Berlin entwickeln. Diese soll zwischen Sommer und Ende 2027 umgesetzt werden und dafür sorgen, dass Bevölkerung und politische Entscheider:innen nicht vom Standortregionenvorschlag überrascht werden. Vorgesehen sind aufmerksamkeitsstarke Maßnahmen, die auf die Endlagersuche sowie die Informations- und Dialogangebote des BASE aufmerksam machen. Danach folgt eine regionale Kampagne für die tatsächlich vorgeschlagenen Standortregionen, deren Schwerpunkt voraussichtlich in der ersten Hälfte 2028 liegt. 

Die Zielgruppen sind entsprechend vielfältig: Neben der breiten Öffentlichkeit und insbesondere den Menschen in den potenziellen Standortregionen adressiert die Kommunikation politische Entscheidungsträger:innen und Verwaltungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.

Für den Auftrag muss ein dreiköpfiges Kernteam aus den Bereichen PR-Beratung, Kreation und Krisenkommunikation benannt werden. Die verantwortliche Person für PR-Beratung übernimmt zugleich die Gesamtprojektleitung und muss mindestens drei Jahre Erfahrung auf Senior-Level mitbringen. 

Besonders anspruchsvoll ist das Vergabeverfahren: Die fachliche Qualität macht 70 Prozent, der Preis 30 Prozent der Wertung aus. Für die erste Teilaufgabe müssen die Bieter bereits mit dem Angebot eine Kommunikationsstrategie für die Vorbereitungsphase einschließlich Leitidee, Motto, Kernbotschaften und einer konkret gestalteten Kommunikationsmaßnahme für Bürger:innen entwickeln. Eine zweite Konzeptaufgabe beschäftigt sich ausführlich mit der Krisenprävention und Krisenkommunikation nach Bekanntgabe der Standortregionen. Weitere 30 Prozentpunkte der Gesamtwertung entfallen auf Präsentationsaufgaben; eine davon wird den eingeladenen Teams erst vor Ort gestellt und muss innerhalb von 30 Minuten bearbeitet werden. 

Der Vertrag läuft zunächst zwei Jahre. Das BASE besitzt anschließend bis zu acht Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr, sodass eine maximale Gesamtlaufzeit von zehn Jahren möglich ist. Übrigens: Die schweizerische NAGRA (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) hat mit ähnlichem Hintergrund und dem Jahrhundertmagazin einen BCM Grand Prix-Gewinner produziert.

Abgabefrist: 23. September 2026, 10:00 Uhr. 

Details & Teilnahme: e-Vergabe – Ausschreibung 879464

Bundesagentur für Arbeit: Rahmenvertrag Filmdienstleister für „BA aktuell“

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sucht einen Filmdienstleister für ihr internes Informationsportal „BA aktuell“. Der Auftrag umfasst die redaktionelle Planung und Begleitung, Themenrecherche und -entwicklung, Produktionsplanung, Dreharbeiten, Postproduktion sowie Grafik, Animation und Archivierung. 

Produziert werden vor allem Standardbeiträge bis fünf Minuten, daneben aufwendigere Sonderbeiträge und Reportagen bis zehn Minuten, Videobotschaften, Kurzinterviews und videojournalistische Beiträge. Die Themen reichen von geschäftspolitischen Entscheidungen und Change-Prozessen bis zu Best-Practice-Beispielen, Digitalisierung, Gesundheit und anderen Themen der internen Kommunikation. 

Die BA beauftragt derzeit über die Zentrale rund 48 Filme pro Jahr. Zusätzlich können weitere Dienststellen Leistungen abrufen. Garantiert wird ein jährliches Mindestauftragsvolumen im Gegenwert von 50 Standardbeiträgen; dieses kann auch durch andere Leistungen wie Schnitt oder Grafik erreicht werden. 

Die Filme sollen qualitativ den Standards öffentlich-rechtlicher Sender entsprechen. Gefordert werden professionelle Produktions- und Postproduktionstechnik sowie bei Bedarf unter anderem Animationen, Drohnenaufnahmen und Green-Screen-Produktionen. Zu den finalen Lieferungen gehören neben dem Film auch Transkript, Untertitel, eine Fassung mit erweiterten Audiodeskriptionen und Standbilder. 

Für das Angebot müssen die Bieter ein Ideenkonzept zur Weiterentwicklung der Bewegtbildkommunikation sowie ein Change-Management-Beispiel mit zwei Storyboards erstellen. Außerdem sind Profile von drei vorgesehenen Mitarbeitenden und jeweils einschlägige Vergleichsprojekte vorzulegen.    Eine verifizierende Präsentation in Nürnberg ist möglich. 

Der Rahmenvertrag läuft ab Zuschlag 48 Monate. Die Preise gelten als Festpreise für die gesamte Vertragsdauer.  

Abgabefrist: 21. September 2026, 12:00 Uhr. 

Details & Teilnahme: https://www.evergabe-online.de/tenderdetails.html?9=&id=884312

Stuttgarter Straßenbahnen AG: Rahmenvertrag Influencer-Agentur

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) sucht im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens eine Influencer-Agentur. Der Rahmenvertrag umfasst vor allem Konzept-, Beratungs-, Kreativ- und Umsetzungsleistungen im Influencer-Marketing sowie Influencer Relations, Content-Produktion, Vertragsmanagement, Monitoring und Reporting. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation rund um das DeutschlandTicket. 

Die Agentur soll auf Basis der von der SSB vorgegebenen Strategie eigenständig Influencer-Kampagnen entwickeln und umsetzen. Dazu gehören Kampagnenkonzepte, Content-Formate und Kanalstrategien etwa für Instagram und TikTok, die Auswahl geeigneter Influencer, Preisverhandlungen und Vertragsmanagement sowie die Koordination der Content-Produktion und die Auswertung anhand definierter KPIs. 

Adressiert werden insbesondere Schüler, Studierende, Auszubildende, junge Erwachsene, Gelegenheitsnutzer und urbane Zielgruppen mit hohem digitalen Medienkonsum.

Für die laufenden Leistungen ist ein Budget von rund 250.000 Euro netto pro Jahr vorgesehen. Die Unterlagen gehen von einem Volumen von rund 750.000 Euro netto aus. Dabei handelt es sich um Schätzwerte ohne garantierte Abnahmemenge. Der Vertrag läuft zunächst drei Jahre und kann von der SSB zweimal um jeweils ein weiteres Jahr verlängert werden; die maximale Vertragsdauer beträgt damit fünf Jahre. 

Das Verfahren beginnt mit einem Teilnahmewettbewerb. Anschließend sollen fünf ausgewählte Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert werden. Für die Auswahl spielen insbesondere drei Referenzprojekte, Qualität und Größe des Influencer-Pools sowie das vorgesehene Kernteam eine Rolle. Beim Influencer-Pool werden unter anderem regionale Reichweite im VVS-Gebiet, ein deutschlandweites Netzwerk, Zielgruppenabdeckung, Plattform-Mix, Audience-Qualität und wirtschaftliche Vorteile bewertet. 

In der späteren Angebotsphase hat die Qualität großes Gewicht: Der Pitch zählt zu 70 Prozent, der Preis zu 30 Prozent. Vorgesehen sind jeweils ein Pitch zum DeutschlandTicket und zu einer Personalkampagne.

Zwei Anmerkungen kann ich mir nicht verkneifen: Die Unterlagen sind mehrfach „gezippt“, im komprimierten File sind also weitere komprimierte Dateien enthalten. Das muss nicht sein. Und: Die beiden beigefügten Dokumente zur Markenstrategie enthalten einerseits eine nachvollziehbare Funnel-Darstellung, irreführend „Customer Journey“ genannt, praxisnahe Kommunikationsbeispiele – aber auch unfassbare Plattitüden (schreibt man jetzt so). Beispiel aus der Arbeitgebermarke zur Tonalität: Zwei Spalten, überschrieben mit „Weniger“ und „Mehr“. Erster Eintrag: sachlich –> emotional. Willkommen im Jahr 2012.

Abgabefrist: 21.9.2026

Details & Teilnahme: Tender24 – Ausschreibung Influencer-Agentur

Hochschule Reutlingen: Weiterentwicklung, Wartung und Support der TYPO3-Websites

Die Hochschule Reutlingen sucht eine Agentur für die Weiterentwicklung, Wartung, Pflege und den Support ihrer bestehenden TYPO3-Websites im laufenden Betrieb. Der Auftrag umfasst derzeit neun Websites: die zentrale Hochschulwebsite, sechs Fakultätswebsites sowie zwei Websites hochschulnaher Einrichtungen. 

Neben klassischer Wartung und Support geht es ausdrücklich auch um Weiterentwicklung und Anpassung des bestehenden Systems. Vorgesehen sind unter anderem Anpassungen auf Quellcodeebene, TYPO3-Customizing und Schulungen; nach der Abnahme gehören Pflege, weitere Anpassungen und sonstige Leistungen zum Auftrag. Für die laufende Pflege sind unter anderem neue Programmstände, Störungsbeseitigung, Hotline und weitere Pflegeleistungen vorgesehen.

Die Hochschule will dazu sowohl einen Erstellungsvertrag als auch einen Pflegevertrag abschließen. Beide laufen zunächst zwei Jahre, mit einer optionalen Verlängerung um weitere zwei Jahre. Vertragsbeginn ist die Zuschlagserteilung. 

Die Vergabe erfolgt europaweit als zweistufiges Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb. Zunächst wird die Eignung der Agenturen bewertet; anschließend werden maximal drei Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert. Danach folgen Erstangebot, mindestens ein Bieter- und Verhandlungsgespräch und schließlich das Schlussangebot. 

Für die erste Stufe sind insbesondere die Referenzen und das vorgesehene Fachpersonal wichtig. Gefordert werden mindestens drei geeignete Referenzen. Beim Personal werden unter anderem TYPO3-Zertifizierungen, mehr als fünf Jahre einschlägige Berufserfahrung sowie Projekterfahrung im Hochschulumfeld positiv bewertet. 

In der zweiten Stufe müssen die ausgewählten Agenturen voraussichtlich neben dem Preisblatt ein Betreuungskonzept, eine Beschreibung ihrer Service- und Reaktionszeiten sowie eine Darstellung zur Zukunftssicherheit und Transparenz der Betreuung einreichen. Die endgültigen Anforderungen werden erst mit der Aufforderung zur Angebotsabgabe festgelegt. 

Der Zeitplan ist relativ kompakt: Fragen zum Teilnahmewettbewerb können bis 8. September 2026 gestellt werden. Nach Ablauf der oben genannten Teilnahmefrist sollen die drei ausgewählten Unternehmen voraussichtlich in KW 39 zur Angebotsabgabe aufgefordert werden; für das Erstangebot sind 30 Tage vorgesehen. Präsentationen bzw. Verhandlungen sind für KW 45 und der Zuschlag für Mitte Dezember geplant. 

Ein konkretes Auftragsvolumen bzw. Budget lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen nicht belastbar ableiten. Aus den Mengenangaben ergibt sich für den laufenden Betrieb allerdings eine Planungsgröße von ungefähr 30 Arbeitsstunden pro Monat beziehungsweise 360 Stunden pro Jahr, zuzüglich des Major-Upgrades und gegebenenfalls weiterer Einzelaufträge. Der Vertrag läuft zunächst zwei Jahre und kann um weitere zwei Jahre verlängert werden.

Teilnahmefrist: 18. September 2026, 11:00 Uhr

Details & Teilnahme: Ausschreibungsportal Baden-Württemberg – Hochschule Reutlingen

Stadt Hildesheim: Integrierte Webanwendung mit Augmented Reality für Sport und Kultur

Die Stadt Hildesheim sucht einen Dienstleister für die Entwicklung einer integrierten Webanwendung, die Sport-, Gesundheits- und Kulturangebote bündelt und Augmented Reality (AR) einsetzt. Das Vorhaben gehört zum Modellprojekt Smart City Hildesheim und verbindet digitalisierte Sportinfrastruktur, AR-Rundgänge und Kulturerlebnisse sowie digitale Gesundheits- und Sportkampagnen. 

Geplant sind unter anderem Karten und Informationen zu Sportangeboten, AR-Anwendungen am Hildesheimer Bismarckturm und an mindestens fünf weiteren kulturhistorischen Stationen sowie digitale Angebote für den Trimm-Dich-Pfad. Die Web-App soll über ein CMS pflegbar und über Schnittstellen in ein übergeordnetes Plattformökosystem integriert werden. Gefordert werden zudem Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit, IT-Sicherheit, Testing, Schulung und Dokumentation. 

Eine zentrale Vorgabe ist Open Source: Die entwickelte Lösung muss für die Veröffentlichung auf OpenCode bereitgestellt werden. Gefordert sind außerdem mindestens zwei vergleichbare Referenzen aus den vergangenen sechs Jahren; als vergleichbar gelten städtische Digitalisierungsprojekte ab 250.000 Euro brutto Auftragsvolumen. Diese Summe ist allerdings kein Budget für die aktuelle Ausschreibung – ein konkreter Auftragswert wird nicht genannt. 

Bei der Wertung zählen zunächst Qualität mit 50 Prozent, Preis mit 30 Prozent sowie Service und Nutzerfreundlichkeit mit 20 Prozent. Die fünf bestplatzierten Anbieter werden anschließend zu einem Konzept-Pitch eingeladen. Die Umsetzung soll voraussichtlich im November 2026 beginnen; Launch und Integration der Web-App sind bis Ende September 2027 geplant. 

Teilnahmefrist: 22. September 2026, 09:00 Uhr 

Teilnahme und Details:
Deutsches Vergabeportal (DTVP)

Technische Universität Berlin: Entwicklung von Lernreportagen sowie Wissens- und Kommunikationsformaten

Die Technische Universität Berlin sucht einen Dienstleister für die Konzeption und Produktion von Lernreportagen sowie begleitenden Wissens- und Kommunikationsformaten für das Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse und Praxisbeispiele zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation so aufzubereiten, dass sie insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen der Tourismuswirtschaft verständlich und praktisch nutzbar werden. 

Der Auftrag geht dabei deutlich über reine Filmproduktion hinaus. Gefordert sind ein Transfer- und Wissenskonzept, redaktionelle Recherche und Themenentwicklung, Storyline-Konzeption, Produktion und Postproduktion sowie eine Strategie für Distribution und langfristige Verwertung der Inhalte. 

Kernstück sind zwei Lernreportagen von jeweils etwa fünf Minuten. Dafür sind insgesamt bis zu vier bundesweite Drehtage und bis zu fünf Interviewpartner:innen je Reportage vorgesehen. Aus den Reportagen sollen außerdem zahlreiche weitere Inhalte entstehen, darunter Social-Media-Clips, Teaser, eigenständig nutzbare Wissensbausteine sowie Beiträge für Website und Newsletter. Die Formate sind unter anderem für YouTube, LinkedIn und Instagram aufzubereiten. 

Interessierte Agenturen müssen mindestens drei vergleichbare Referenzen aus den vergangenen drei Jahren vorlegen. Nachgewiesen werden sollen Erfahrungen mit audiovisuellen Wissens-, Transfer- und Kommunikationsformaten, der Aufbereitung komplexer Inhalte für KMU sowie der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Verbänden oder öffentlichen Auftraggebern. 

Mit dem Angebot ist zudem ein Umsetzungskonzept von maximal zwölf Seiten einzureichen. Fertige Storylines, Designs oder Drehkonzepte werden ausdrücklich nicht als kostenlose Vorleistung verlangt. Bei der Vergabe zählt die Qualität mit 70 Prozent, der Gesamtpreis mit 30 Prozent. 

Die Umsetzung ist zeitnah geplant: Leistungsbeginn ist voraussichtlich der 15. Oktober 2026, sämtliche Ergebnisse sollen bereits bis 10. November 2026 vorliegen. Ein konkretes Budget oder ein geschätzter Auftragswert wird in den vorliegenden Unterlagen nicht genannt.

Angebotsfrist: 17. September 2026, 10:00 Uhr. 

Teilnahme und Details:
Deutsches Vergabeportal (DTVP)

Vergebene Aufträge

Die Fraunhofer-Gesellschaft, München, vergibt Grafik- und Mediendienstleistungen an TN34.DE, Schorndorf.

Die Neomind GmbH, München, kümmert sich und die Weiterentwicklung der Touchpoints der Bayerische Eisenbahngesellschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert