Öffentliche Ausschreibungen aus Marketing & Kommunikation
In John Steinbecks „Die Perle“ bringt der Fund einer ebensolchen dem Fischer Keno nur Unglück, die Geschichte endet mit dem Tod seines Sohnes. Ähnlich verhält es sich mit mancher Ausschreibung, auch wenn das Unglück hier oft bereits mit der Teilnahme beginnt. Ein einstufiges Verfahren, in dem mit dem Angebot ein umfassendes Konzept geliefert werden soll, ist ein Zeichen für „Unglück in the making“.
Die Bundesdruckerei und DB Systel beugen dem vor. Ihre Hürden zur Teilnahme sind hoch, im Fall der DB Systel sogar fast prohibitiv.
Wer über signifikante Meinungsforschung bzw. Medienresonanzanalyse-Fähigkeiten verfügt, wird sicher einen Blick auf die Ausschreibung des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung werfen, die die Evaluation der Kommunikation zahlreicher Bundesbehörden ausschreiben. Die Ergebnisse dieser Evaluation interessieren mich sehr!
Bundesdruckerei GmbH: Werbe- & Marketingdienstleistung
Die Bundesdruckerei sucht eine Kreativagentur für crossmediale Kampagnen und Content Marketing. Der Rahmenvertrag hat eine Grundlaufzeit von zwei Jahren und kann zweimal um jeweils ein Jahr auf insgesamt vier Jahreverlängert werden. Das geschätzte Gesamtbeauftragungsvolumen und zugleich der Höchstwert liegen bei 3,5 Mio. Euro netto; eine Mindestabnahme gibt es nicht. Neben der Bundesdruckerei können auch verbundene Unternehmen der Bundesdruckerei-Gruppe Leistungen abrufen.
Gesucht wird eine Agentur für Strategie, Konzeption, Gestaltung und Umsetzung von Kampagnen, insbesondere in den Bereichen B2G, B2B und Employer Branding. Zum Campaigning gehören Zielgruppenanalysen, Text und Gestaltung, digitale und gedruckte Kommunikationsmittel, strategische Beratung, Workshops sowie Projekt-, Budget- und Produktionsmanagement. Im Content Marketing umfasst der Auftrag unter anderem die strategische Weiterentwicklung der Themenplanung im Newsroom, Redaktionsplanung, Kommunikations- und Content-Strategien, Themen- und Botschaftsentwicklung, Social Listening und KI-gestütztes Monitoring, Wettbewerbsanalysen sowie die Produktion hochwertiger redaktioneller Inhalte.
Die Vergabe läuft zweistufig als nicht offenes Verfahren mit Teilnahmewettbewerb. Maximal fünf Agenturen werden zur Angebotsphase eingeladen. Gefordert werden mindestens vier einschlägige Referenzen aus den vergangenen fünf Jahren, darunter jeweils eine für eine crossmediale B2G-Kampagne, eine digitale B2B-Kampagne mit Schwerpunkt LinkedIn, eine Kommunikationsstrategie zu komplexen Themen wie IT, Digitalisierung, Technologie, Cybersicherheit oder Digitalpolitik sowie ein Employer-Branding-Konzept. Für die Referenzen ist die eigenverantwortliche Projektführung erforderlich; bei weniger als 50 Prozent Eigenleistung wird die jeweilige Referenz grundsätzlich nicht gewertet.
Der durchschnittliche Netto-Umsatz mit vergleichbaren Leistungen muss in den vergangenen drei Geschäftsjahren mindestens 5 Mio. Euro jährlich betragen; außerdem werden durchschnittlich mindestens 40 festangestellte Mitarbeitende verlangt. In der späteren Zuschlagsentscheidung zählt die Qualität mit 70 Prozent, der Preis mit 30 Prozent. Bewertet werden das vorgesehene Projektteam, die Angebotspräsentation und der Präsentationstermin.
Für die Angebotsphase ist bereits ein konkreter Pitch vorgesehen. Die Agenturen sollen eine Kampagne entwickeln, die die Bundesdruckerei-Gruppe als „Technologieunternehmen des Bundes“ positioniert. Gefordert werden strategische Herleitung, kreative Leitidee und exemplarische Anwendungen für B2G und B2B. Als Richtgröße für diese Kampagne nennt die Bundesdruckerei rund 200.000 Euro inklusive Agentur- und Produktionskosten, aber ohne Paid Media.
Abgabefrist: 19. Oktober 2026, 10:00 Uhr
Details & Teilnahme: https://www.dtvp.de/Satellite/notice/CXP4YVWM872
DB Systel GmbH: Content Management System

DB Systel sucht eine neue Content-Management-Plattform als Software-as-a-Service (SaaS). Gegenstand sind neben der Bereitstellung und dem Betrieb des CMS auch Support,Migration und weitere IT-Dienstleistungen. Die Vergabe erfolgt als Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb nach SektVO; eine losweise Vergabe ist nicht vorgesehen. Eine Vertragslaufzeit sowie ein geschätzter Auftragswert werden in der Bekanntmachung noch nicht genannt.
Die Größenordnung des Projekts wird durch die Anforderungen an die Referenzen deutlich. Gefordert werden zunächst die zwei Migrationsprojekte in den vergangenen vier Jahre. Mindestens eine Migration muss von einer systemfremden On-Premise-Lösung auf die eigene SaaS-Lösung erfolgt sein. Bei mindestens einem Projekt sollen mindestens 200 redaktionell betreute Websites und 100 Redakteur:innen im Backend migriert worden sein – damit sind die meisten Anbieter schon „exkludiert“. Die Migrationsreferenzen machen 50 Prozent der Bewertung im Teilnahmewettbewerb aus.
Weitere 50 Prozent entfallen auf drei Referenzen für den Betrieb eines CMS als SaaS-Lösung. Alle drei Systeme müssen mindestens zwölf Monate produktiv eingesetzt worden sein. Bei mindestens zwei Referenzen werden mindestens 1.000 Seitenaufrufe täglich, 100 Redakteur:innen im Backend und 200 redaktionell betreute Websites verlangt. Besonders aufschlussreich für die Dimension des gesuchten Systems: Bei mindestens zwei der drei Referenzen muss allein die SaaS-Pauschale inklusive Betriebsführung mindestens 1 Mio. Euro betragen haben.
Die eigentlichen Zuschlagskriterien für die spätere Angebotsphase sind bereits grundsätzlich festgelegt: Preis 60 Prozent, Qualität 40 Prozent. Die konkreten Leistungskriterien werden erst in der Ausschreibungsphase definiert. Die Aufforderungen zur Angebotsabgabe sollen voraussichtlich am 11. Januar 2027 versandt werden.
Abgabefrist: 12. Oktober 2026, 10:00 Uhr
Details & Teilnahme: https://bieterportal.noncd.db.de/evergabe.bieter/api/supplier/external/deeplink/subproject/bbae82f4-5b21-496e-972a-7419a41d2056
Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung Berlin: Durchführung einer multimedialen Anti-Gewalt-Kampagne
Das Land Berlin sucht eine Agentur für die Konzeption und Durchführung einer mehrwöchigen multimedialen Öffentlichkeitskampagne rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2026. Für Konzeption und Durchführung gilt ein finanzieller Höchstwert von 170.000 Euro brutto; Angebote oberhalb dieses Betrags werden ausgeschlossen. Der Auftrag beginnt unmittelbar nach Zuschlag, spätestens am 19. Oktober 2026, und endet am 10. Dezember 2026.
Inhaltlich richtet sich die Kampagne gezielt an Männer als Verbündete. Sie soll dazu anregen, frauenverachtende Denk- und Reaktionsmuster zu erkennen und infrage zu stellen, tradierte Vorstellungen von Männlichkeit kritisch zu reflektieren und gegen die Bagatellisierung von Gewalt an Frauen Stellung zu beziehen. Dabei sollen Männer in unterschiedlichen Lebenssituationen und Kontexten angesprochen werden.
Zum Auftrag gehören Kampagnenkonzeption und -design, Kampagnenlogo, Botschaften, mehrsprachige Out-of-Home-Mittel, digitale und Social-Media-Formate einschließlich Redaktionsplan sowie eine Landingpage. Hinzu kommen ganzheitliche Mediaplanung und Koordination der Schaltungen, Projektmanagement, Kostenplanung sowie nach Abschluss ein Bericht über Reichweite und Resonanz. Das vollständige Kampagnenkonzept darf maximal 20 DIN-A4-Seiten umfassen.
Für die Eignung sind mindestens drei Referenzen für multimediale Kampagnen zu gesellschaftspolitischen Themenaus den vergangenen fünf Jahren erforderlich. Auch für die vorgesehene Projektleitung muss mindestens ein entsprechendes Referenzprojekt nachgewiesen werden. Die Zuschlagswertung erfolgt über die einfache Richtwertmethode nach UfAB 2018, also anhand des Verhältnisses von Leistung zu Preis.
Für die Qualitätswertung muss bereits mit dem Angebot (sic!) ein ausgearbeitetes Kampagnenkonzept eingereicht werden. Bewertet werden unter anderem Verständnis von Thema und Zielgruppe, Botschaften, visuelle Umsetzung, Informationsangebot der Landingpage, Mediaplanung und Verbreitung, Arbeits- und Zeitplanung, Kostenkalkulation sowie Barrierefreiheit. Zusätzliche Punkte gibt es beispielsweise, wenn unterschiedliche Formen geschlechtsspezifischer Gewalt berücksichtigt und Zusammenhänge zu deren Ursachen und begünstigenden Faktoren hergestellt werden.
Abgabefrist: 30. September 2026, 10:00 Uhr
Details & Teilnahme: https://meinauftrag.rib.de/public/publications/610544
Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern: IHKjobfit! Messen; Agenturleistung, Organisation und Durchführung
Die IHK München und Oberbayern schreibt die Planung, Organisation und Durchführung ihrerAusbildungsmessen IHKjobfit! in Ingolstadt und Rosenheim neu aus. Die Messen finden jeweils einmal jährlich statt und umfassen üblicherweise 100 bis 130 Aussteller sowie 1.500 bis 3.000 Besucher pro Standort. Der Vertrag beginnt mit Zuschlag und läuft zunächst bis zur IHKjobfit! Ingolstadt 2028; anschließend besteht eine einmalige Verlängerungsoption um zwei Jahre bis zur Messe in Ingolstadt im Herbst 2030. Ein konkreter Auftragswert oder ein Gesamtbudget ist in den vorliegenden Unterlagen nicht veröffentlicht.
Gesucht wird eine Eventagentur, die praktisch die gesamte operative Messeorganisation übernimmt: Projektmanagement, Hallen- und Flächenplanung, Ausstellermanagement und -kommunikation, Messebau, Veranstaltungstechnik und -logistik, Beschilderung und Besucherführung, Budgetführung und Abrechnung sowie die Koordination weiterer Dienstleister. Hinzu kommen ein Kommunikations- und Brandingkonzept und die Planung und Umsetzung eines eigenen IHK-Messestandes. Die IHK selbst verantwortet unter anderem Ausstellerakquise, Website, Keyvisual und Designvorgaben sowie Social-Media-, Online- und Besucherkommunikation.
Die Vergabe erfolgt als öffentliche Ausschreibung nach UVgO. Die Eignungsanforderungen sind für eine Eventagentur durchaus substanziell: In mindestens einem der vergangenen drei Geschäftsjahre muss ein Umsatz von 800.000 Euronachgewiesen werden, außerdem sind mindestens acht Vollzeitäquivalente erforderlich. Verlangt werden zudem jeweils mindestens zwei Referenzen für die Planung von Fachmessen, Kongressen oder Tagungen sowie für die Umsetzung von Messen mit mindestens 90 Ausstellern einschließlich Messebau und Veranstaltungstechnik.
Der Zuschlag richtet sich zu 60 Prozent nach dem Preis und zu 40 Prozent nach der Leistungsqualität. Für die Qualitätswertung ist unter anderem ein Kurzkonzept zur Aktivierung und Einbindung der Schülerinnen und Schüler vorzulegen. Gefordert sind drei konkrete Mitmachformate, mit denen Aussteller Jugendliche an ihren Ständen ansprechen und Ausbildungsberufe erlebbar machen können. Bewertet werden Mehrwert für die Aussteller, zielgruppengerechte Einbindung, Übertragbarkeit auf unterschiedliche Unternehmen, Vorbereitung der Aussteller und die Schlüssigkeit des Gesamtkonzepts. Einen wesentlichen Teil der Qualitätswertung bildet außerdem die Qualifikation des vorgesehenen Senior-Projektleiters und Projektleiters; zusätzliche Punkte gibt es insbesondere für Erfahrung mit beruflicher Bildung und der Zielgruppe Schüler.
Abgabefrist: 20. Oktober 2026, 14:00 Uhr
Details & Teilnahme: https://www.dtvp.de/Satellite/notice/CXP4Y65M738
Hochschule Osnabrück: Rahmenvereinbarung für das Online-Studierendenmarketing der Hochschule Osnabrück
Die Hochschule Osnabrück schreibt ihr Online-Studierendenmarketing für 2027 als Rahmenvereinbarung aus. Die Laufzeit beträgt zunächst ein Jahr und kann dreimal um jeweils ein weiteres Jahr verlängert werden. Ein Gesamtbudget oder maximaler Auftragswert wird in den vorliegenden Unterlagen nicht genannt. Zum Umfang der bisherigen Aktivitäten nennt die Hochschule allerdings für 2024 Größenordnungen von 45 Wochen Kampagnendauer, mehr als 70 Kampagnenmotiven, 18 Mio. Impressionen und 634.000 Klicks.
Gesucht wird eine Agentur, die Kampagnen für Bachelor-, Master- und Weiterbildungsangebote sowie einzelne Studiengänge, Veranstaltungen und Themencluster konzipiert, gestaltet, ausspielt und auswertet. Genutzt werden unter anderem Meta, TikTok, Snapchat, LinkedIn, YouTube, Google und Spotify. Zum Leistungsumfang gehören Beratung zu Kanälen und Suchmaschinen, Kampagnenkonzeption, Gestaltung von Posts, Stories und Online-Bannern, zielgruppengerechtes Texten, Monitoring und Nachsteuerung sowie Reporting. Mehrere Kampagnen müssen parallel betreut werden können.
Die Hochschule wirbt ausschließlich mit eigenem, authentischem Bildmaterial und Hochschulmitgliedern; Stockfotos sowie KI-generierte Bilder, Videos oder Audios werden ausdrücklich nicht eingesetzt. Für das Projektmanagement verlangt die Hochschule zudem ein Zweierteam. Das Mediabudget kann jeweils vorab an die Agentur gezahlt werden, diese muss jedoch eine eigene Kreditkarte für die Abrechnung mit den Online-Plattformen hinterlegen können.
Das offene Verfahren ist zweistufig angelegt. Zunächst werden die Angebote anhand von Referenzen, Qualifikation, Projektmanagement und Stundensatz bewertet. Die drei punktbesten Agenturen werden anschließend zu einem Präsenz-Pitch in Osnabrück eingeladen und erhalten dafür jeweils 500 Euro. Präsentiert werden muss eine Beispielkampagne einschließlich Kostenkalkulation. Die Wertung ist stark auf den Pitch ausgerichtet: 30 Prozent entfallen auf Referenzen, Qualifikation, Projektmanagement und Stundensatz, 70 Prozent auf den Pitch. Dort werden unter anderem kreative Leitidee, Texte und Gestaltung der Beispiel-Ads, Durchführung und Nachsteuerung, Auswertung, Zeitplan, Zusammenarbeit und Kostenkalkulation beurteilt.
Abgabefrist: 13. Oktober 2026, 10:00 Uhr
Details & Teilnahme: https://vergabe.niedersachsen.de/Satellite/notice/CXS0Y4FDYR69SKZX
Kreis Mettmann: Konzeption und Umsetzung von touristischen Marketingmaßnahmen 2027 – 2029
Der Kreis Mettmann sucht eine Agentur für die strategische Weiterentwicklung und operative Umsetzung des Destinations- und Kulturmarketings der Marke neanderland. Der Vertrag läuft vom 1. Februar 2027 bis 31. Januar 2029. Für die Agenturleistungen gilt ein maximaler Kostenrahmen von 195.000 Euro netto für die gesamte zweijährige Vertragslaufzeit. Ein zusätzliches Mediabudget sowie Fremdkosten etwa für Druck, Produktion und Veranstaltungstechnik sind darin nicht enthalten.
Das Aufgabenspektrum reicht von Strategie und Konzeption über Grafik und Print, Website, Newsletter, Online-Marketing/SEA und Social Media bis zu Kampagnen, Veranstaltungen und B2B-Kommunikation. Für neanderland.de übernimmt die Agentur unter anderem TYPO3-Redaktion, saisonale Landingpages sowie SEO- und zunehmend auch GEO-Optimierung. Für Instagram und Facebook sind etwa vier Beiträge pro Woche vorgesehen, außerdem Paid Social, Community Management und jährlich ein bis zwei Kooperationen mit Influencern oder Content Creators. Hinzu kommen ungefähr zwei kanalübergreifende Kampagnen pro Jahr.
Zum Auftrag gehört außerdem das Marketing für Kulturformate wie neanderland BIENNALE, neanderland MUSEUMSNACHT, neanderland TATORTE und neanderland ART sowie 2028 die Unterstützung bei der Organisation der neanderland WANDERWOCHE. Bei der Weiterentwicklung des Destinationsmarketings soll die Agentur auch Möglichkeiten für einen sinnvollen Einsatz von KI und Automatisierung beobachten; KI-generierte Inhalte müssen vor ihrer Verwendung einer menschlichen fachlichen und qualitativen Prüfung unterzogen werden.
Die öffentliche Ausschreibung erfordert bereits mit dem Angebot einen erheblichen konzeptionellen Aufwand. Gefordert werden zwei Arbeitsproben: ein kreativer Kampagnenansatz zur stärkeren Positionierung des neanderlands als Destination für Tagesausflüge und Kurzaufenthalte inklusive Zielgruppe, Leitidee, Key Visual und Kanalauswahlsowie ein strategischer Ansatz zur Weiterentwicklung der neanderland STEIG Qualitätsbetriebe.
Die Bewertung erfolgt zweistufig. Die schriftliche Angebotsphase zählt 70 Prozent der Gesamtwertung; innerhalb dieser Stufe entfallen 50 Prozent auf den Pauschalpreis und jeweils 25 Prozent auf die beiden Arbeitsproben. Die fünf bestbewerteten Agenturen werden zu einer Präsentation am 17. November 2026 in Mettmann eingeladen, die weitere 30 Prozent der Gesamtwertung ausmacht. Bewertet werden dort Präsentationsqualität, persönliches Auftreten des Projektteams und die Qualität der Antworten.
Abgabefrist: 16. Oktober 2026, 10:00 Uhr
Details & Teilnahme: https://www.evergabe.nrw.de/VMPCenter/notice/CXSBYY6DYR5NR7PX
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: Evaluation von Kommunikationsmaßnahmen der Bundesregierung („Evaluation 2026“)
Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) schreibt Rahmenverträge für die Evaluation der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung, der Bundesministerien und zahlreicher nachgeordneter Behörden aus. Die Vergabe erfolgt in zwei Losen. Die Verträge laufen zunächst vom 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2028 und können zweimal um jeweils ein Jahr bis Ende 2030 verlängert werden. Bemerkenswert ist das mögliche Volumen: Allein für Los 1 beträgt die Höchstabnahmemenge über die gesamte Laufzeit 25 Mio. Euro brutto.
Los 1 umfasst die Evaluation externer und interner Kommunikationsmaßnahmen mit qualitativen und quantitativen Methoden. Dazu gehören unter anderem Fokusgruppen, qualitative Workshops, Insight Communities, Tiefeninterviews und Usability-Tests sowie computergestützte Befragungen, postalische und Push-to-Web-Befragungen, Mixed-Mode- und Onsite-Befragungen. Auch interne Kommunikation wie Intranets, Newscenter oder interne Prozesse kann untersucht werden. Los 2 konzentriert sich auf Medienresonanzanalysen sowie die Analyse der Öffentlichkeitsarbeit auf Social Media, darunter Facebook, Instagram, X, Mastodon, YouTube und TikTok; weitere Plattformen müssen ebenfalls auswertbar sein.
Neben BPA und Bundeskanzleramt können praktisch alle Bundesministerien sowie zahlreiche nachgeordnete Institutionen Leistungen aus den Rahmenverträgen abrufen. Ein Anspruch der Auftragnehmer auf ein bestimmtes Auftragsvolumen besteht nicht. Bieter dürfen Angebote für beide Lose einreichen, können aber maximal ein Los erhalten. Die Zuschlagswertung erfolgt je Los zu 60 Prozent nach Qualität und zu 40 Prozent nach Preis.
Ein wichtiger Bestandteil des Angebots sind umfangreiche Arbeitsproben. Für Los 1 ist unter anderem die Evaluation einer fiktiven bundesweiten Kampagne „Reformen für Deutschland“ mit einem Kampagnenbudget von 4,5 Mio. Euro zu konzipieren; für die Evaluation selbst stehen im Szenario maximal 225.000 Euro netto zur Verfügung. Eine zweite Aufgabe betrifft die Evaluation von Giveaways mit einem Budget von maximal 50.000 Euro netto. Für Los 2 ist eine Medienresonanzanalyse zum fiktiven G7-Gipfel 2029 in Deutschland zu entwickeln; hierfür gilt in der Arbeitsprobe ein Budget von maximal 55.000 Euro netto.
Die Anforderungen an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sind insbesondere bei Los 1 hoch: Gefordert wird dort ein durchschnittlicher Jahresumsatz von mindestens 5 Mio. Euro brutto im Bereich Markt- und Meinungsforschung einschließlich Evaluationen.
Abgabefrist: 15. Oktober 2026, 12:00 Uhr
Details & Teilnahme: https://www.evergabe-online.de/tenderdocuments.html?id=889110
Vergebene Aufträge
Die Hochschule Aalen setzt für das eigene Grafikdesign auf das niederländische Studio Convex, Delft.
Ich fasse die Ausschreibungen nach bestem Wissen zusammen und frage gelegentlich bei den Auftraggebern nach fehlenden Details. Bitte prüft insbesondere die Angaben zu Terminen selbst nach.
Ich veröffentliche die Beiträge in der Kategorie „Ausschreibungen“ hier zeitversetzt zu Archivzwecken. Stets aktuelle Ausschreibungen findet ihr auf https://olafwolff.substack.com